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Neue Hoffnung in Europa nach Wahl-Krimi in Griechenland

Neue Hoffnung in Europa nach Wahl-Krimi in Griechenland

Athen/Brüssel/Berlin. Zitterpartie für Griechenland, Europa und die Finanzmärkte: Bei der griechischen Parlamentswahl haben sich Befürworter und Gegner eines pro-europäischen Kurses ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert

Athen/Brüssel/Berlin. Zitterpartie für Griechenland, Europa und die Finanzmärkte: Bei der griechischen Parlamentswahl haben sich Befürworter und Gegner eines pro-europäischen Kurses ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die konservative Nea Dimokratia (ND) unter Antonis Samaras lag nach Hochrechnungen mit 29,5 Prozent der Stimmen knapp vor dem Linksbündnis Syriza mit rund 27 Prozent. Der erste Platz ist ein wesentlicher Vorteil bei der Regierungsbildung, weil er 50 Bonusmandate im 300-köpfigen Parlament bringt. Die ND steht für den Euro, will jedoch die Spar-Auflagen der internationalen Geldgeber nachverhandeln. Syriza, angeführt von Alexis Tsipras, konnte den Stimmenanteil gegenüber der Wahl im Mai fast verdoppeln. Die Links-Allianz verweigert die Erfüllung der Auflagen und droht mit der Aufkündigung des Sparkurses. In diesem Fall könnte Athen unter massiven Druck geraten, die Eurozone zu verlassen. Möglicher Koalitionspartner der ND ist die sozialdemokratische Pasok-Partei mit rund zwölf Prozent; sie steht ebenfalls für die Fortsetzung des Reform- und Sparpakets.Die Euro-Partner streckten dem Land bereits am Wahltag wieder die Hand entgegen: Über die Laufzeit der Athener Sparprogramme könne noch einmal diskutiert werden, über die Inhalte aber nicht, verlautete aus der Umgebung von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) schloss einen Aufschub bei der Umsetzung des Reformprogramms nicht aus. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir über Zeitachsen noch einmal reden," sagte er. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte dagegen keine Bereitschaft zu neuen Kompromissen. Angesichts der erwarteten zähen Regierungsbildung dürften die Finanzmärkte diese Woche erneut nervös reagieren. , Meinung afp/dpa Foto: dpa

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