Neue Eskalation in Nahost: Israel droht mit Vergeltung in Gaza

Neue Eskalation in Nahost : Israel droht Hamas mit Härte

Neue Eskalation in Nahost: Nach einem Raketenangriff zerstört Israels Luftwaffe Gebäude der radikalen Palästinenserorganisation. Und Premierminister Netanjahu wählt deutliche Worte.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat in dem wieder aufgeflammten Konflikt im Gazastreifen mit weiteren Militäraktionen gegen die dort herrschende Hamas gedroht. Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hatte die israelische Luftwaffe zahlreiche Ziele in dem Küstengebiet angegriffen. Israels Armee habe in den vergangenen 24 Stunden wichtige Hamas-Einrichtungen zerstört, sagte Netanjahu gestern. „Wir sind bereit, noch viel mehr zu tun. Wir werden tun, was zur Verteidigung unseres Volkes und unseres Staates notwendig ist.“ Wegen der neuen Eskalation in Nahost hatte der Regierungschef seine USA-Reise zuvor abgebrochen. Er landete am Dienstagmittag in Israel.

Nach Raketenangriffen aus dem Gazastreifen und Beschuss der israelischen Luftwaffe in dem Küstengebiet hatte sich die Lage gestern vorerst weitgehend beruhigt. Bis zum Morgen waren noch Raketen aus dem Küstenstreifen abgefeuert worden. Minister von der konservativen Regierungspartei Likud dementierten jedoch Berichte über eine Waffenruhe. „Wir werden auf jeden Angriff reagieren“, sagte Tourismusminister Jariv Levin nach Angaben der Nachrichtenseite „ynet“. Das israelische Fernsehen meldete, an der Gaza-Grenze stünden zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee bereit. Am 9. April wird in Israel gewählt.

Hamas-Sprecher Fausi Barhum hatte am Montagabend eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe verkündet. Danach feuerten militante Palästinenser aber weiter Raketen ins israelische Grenzgebiet, wie eine Armeesprecherin in Tel Aviv mitteilte. Seit Montag seien rund 60 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert worden. Israels Luftwaffe griff nach palästinensischen Berichten rund 50 Ziele im Gazastreifen an.

Israel reagierte damit auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem am Montag ein Haus nordöstlich von Tel Aviv demoliert worden war. Sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder. Israels Armee machte die Hamas verantwortlich. Israels Luftwaffe zerstörte daraufhin am Montag drei Gebäude der Hamas in Gaza, darunter das Büro des Hamas-Chefs Ismail Hanija. Bei einer Serie von Angriffen im Gazastreifen seien sieben Palästinenser verletzt worden, hieß es aus Gaza.

Netanjahu hatte sich in Washington mit US-Präsident Donald Trump getroffen. Trump hatte am Montag die von Israel annektierten syrischen Golanhöhen formell als Staatsgebiet Israels anerkannt und damit eine Kehrtwende in der US-Außenpolitik vollzogen.

Trump unterzeichnete bei Netanjahus Besuch eine entsprechende Proklamation. Mit diesem Schritt verstoßen die USA gegen eine UN-Sicherheitsratsresolution, die sie 1981 selbst mit verabschiedet hatten. Einstimmig hatte das höchste UN-Gremium die israelische Annexion damals für nichtig erklärt.

Das türkische Außenministerium erklärte am Montagabend, Trumps Entscheidung verletze internationales Recht und habe keine Gültigkeit. Auch die amerikanischen Verbündeten in der Region, Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait kritisierten die Entscheidung Trumps. Auch der Iran reagierte empört.

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