Neue Details im Fall Franco A.

In der Affäre um den terrorverdächtigen Soldaten Franco A., der ein Doppelleben als falscher Flüchtling geführt hatte, kommen immer mehr kritische Details ans Licht. Wie aus dem Verteidigungsministerium verlautete, stammen Munition und Ausrüstungsgegenstände, die bei seinem mutmaßlichen Komplizen in Offenbach gefunden worden waren, aus Bundeswehrbeständen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) traf sich gestern in Berlin mit mehr als 100 hochrangigen zivilen und militärischen Führungskräften, um über den Fall zu sprechen. In der Aussprache, die nach Angaben aus Teilnehmerkreisen "sehr freimütig und offen" war, ging es auch um das Prinzip der "Inneren Führung". Dieses hatte aus Sicht der Ministerin im Fall des rechtsextremen Soldaten Franco A. nicht gegriffen. Der 28-jährige Franco A. steht im Verdacht, einen Terroranschlag geplant zu haben. Auf einer Liste möglicher Anschlagsziele stand Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, aber auch Justizminister Heiko Maas und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck.

Unterdessen hielt die Kritik an von der Leyens Krisenmanagement an. Die Opposition im Bundestag forderte eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses.

Der Ex-Wehrbeauftragte und ehemalige FDP-Abgeordnete Hellmut Königshaus verteidigte im SZ-Interview das Vorgehen der Verteidigungsministerin. Von der Leyen könne nicht jede Masterarbeit eines Offiziersanwärters kennen. Sie sei darauf angewiesen, dass die entsprechenden Stellen ihre Aufgabe wahrnehmen. "Wenn sie nun feststellt, dass eben dieser Arbeitsfluss nicht funktioniert, dass es da Probleme gibt, dann ist sie zum Eingreifen gefordert. Und das tut sie", sagte er.

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