Mutter rettet Tochter aus Terror-Hochburg

Mutter rettet Tochter aus Terror-Hochburg

Sie wollte einen IS-Terroristen in Syrien heiraten. Doch Monate später schickt die Niederländerin Aishe (19) einen Hilferuf. Ohne Zögern reist die Mutter ihr nach.

Es ist die Geschichte einer starken Frau, die die Niederlande derzeit in Atem hält. Einer Mutter, die den Hilferuf ihrer Tochter aus der Terror-Hochburg Rakka nicht überhört und aufbricht, um die 19-Jährige zu retten. Mit einer Aktion, die die Anwältin der Familie so beschreibt: "Es ist sehr gefährlich, was die Mutter getan hat, vielleicht auch reichlich naiv zu glauben, dass du deine Tochter aus den Fängen des Kalifat-Staates befreien kannst."

Bevor alles anfängt, lebt Aishe in Maastricht . Sie gilt als gut integriert, mit einem großen Freundeskreis. Im vergangenen Jahr beginnt sie, die Bibel zu lesen. Doch das ist ihr zu wenig. Sie recherchiert im Internet, nimmt Kontakt zu einem in Holland geborenen Dschihadisten auf, der sich Yilmaz (26) nennt. Später wird ihre Mutter erzählen: "Für sie war das so eine Art Robin Hood ." Aishe konvertiert zum Islam, geht nur noch verschleiert aus dem Haus. Als sie zum ersten Mal andeutet, sie wolle nach Syrien, stoppen sie die Sicherheitsbehörden. Der zweite Anlauf gelingt mit Hilfe eines Anwaltes. Per Zug beginnt sie die Reise nach Syrien, während ihre Mutter sie bei einer Freundin wähnt. Sie erreicht den Staat der Islamisten und heiratet Yilmaz. In den Niederlanden wird die junge Frau sofort auf die Liste der gesuchten Terroristen gesetzt.

Die Mutter erhält Wochen später eine erste Nachricht, sie solle sich keine Sorge machen. Monate danach erreichen sie per Whatsapp plötzlich die alarmierenden Worte: "Mama, hol mich hier raus." Monique fährt los, bleibt aber an der türkisch-syrischen Grenze hängen. Was dann passiert, wollen alle Beteiligten nur in Andeutungen erzählen. Mutter Monique findet Helfer, die ihr eine Burka leihen, schafft es, sich bis Rakka durchzuschlagen. Das ist eine Stadt, in der die Radikalen ein Schreckensregime errichtet haben. Ehebrecherinnen werden gesteinigt, Dieben hackt man die Hand ab. Monique aber findet ihre Tochter, die sich inzwischen von ihrem "Robin Hood " getrennt hat. Die Ausreise gestaltet sich mindestens so abenteuerlich wie die Einreise. Aber irgendwie gelingt es Mutter und Tochter, den Schergen der IS zu entkommen. Gestern dann die Rückkehr nach Hause, die junge Frau wird noch am Flughafen verhaftet, weil man prüfen will, ob sie an Verbrechen des IS beteiligt war. Aber sie ist wieder zu Hause, wie Monique sagt. Im Nachhinein ist sie von ihrer Courage selbst überrascht. "Aber manchmal muss man tun, was man tun muss. Es ging schließlich um mein Kind."

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