Mutiger Schritt

Meinung:Mutiger Schritt

Von SZ-MitarbeiterKlaus Ehringfeld

Raúl Castro und Barack Obama haben Mut bewiesen. Beide aus unterschiedlichen Zwangslagen heraus. Das größere Risiko geht Kubas Staatschef ein, denn die Öffnung seines Landes hin zum Erzfeind kann sich als Bumerang erweisen. Mehr Kapitalismus, mehr Reisen, mehr Besuche, kurzum: mehr Offenheit. Aber genau die kann auch zum Wunsch nach schnellen Veränderungen in der Bevölkerung führen. Das Vorbild DDR kennen die kubanischen Machthaber alle. Gerade deshalb ist Castros Schritt zu loben. Er nimmt die Konsequenzen in Kauf. Ob aus Kalkül oder der Einsicht, dass das System am Ende ist, weiß man nicht. Es spielt aber auch keine Rolle. Es zählt, dass er als erster seit 50 Jahren diesen Schritt wagt.