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Muslime fordern eigene Feiertage in Deutschland

Muslime fordern eigene Feiertage in Deutschland

Essen/Berlin. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert gesetzliche Feiertage für Muslime. Es wäre "ein wichtiges integrationspolitisches Zeichen" und würde "die Toleranz in unserer Gesellschaft" unterstreichen, wenn die Bundesländer solche Feiertage einführen würden, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek in mehreren Interviews

Essen/Berlin. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert gesetzliche Feiertage für Muslime. Es wäre "ein wichtiges integrationspolitisches Zeichen" und würde "die Toleranz in unserer Gesellschaft" unterstreichen, wenn die Bundesländer solche Feiertage einführen würden, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek in mehreren Interviews. Er schlug je einen Tag während des Ramadans und des islamischen Opferfestes vor. Dabei gehe es aber nicht um arbeitsfreie Tage für alle Bürger, betonte Mazyek. Doch könnten solche Feiertage in der Arbeitswelt von Vorteil sein. So könnten etwa bei der Polizei Muslime für Kollegen einspringen, die an Ostern freinehmen. Der Zentralrat der Muslime ist einer von vier Verbänden, die sich zum Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) zusammengeschlossen haben.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz äußerte sich zurückhaltend. Auch muslimische Feiertage verdienten einen gesetzlichen Schutz, sagte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke. "Aber sie haben nicht den öffentlichen Charakter wie die Feiertage der christlichen Tradition", betonte der Vorsitzende der Unterkommission der Bischofskonferenz für den interreligiösen Dialog. Er mahnte mehr Achtung vor den "christlich gewachsenen Feiertagen" an. Diese seien "Zeichen unserer Kultur und christlichen Prägung seit weit über 1000 Jahren."

Kritik kam unter anderem von den CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach und Patrick Sensburg. Bosbach sagte gegenüber den Zeitungen der WAZ-Gruppe, er sehe "weit und breit keine Notwendigkeit" für die Einführung gesetzlicher muslimischer Feiertage. Deutschland habe "keine islamische Tradition". Sensburg appellierte, "erst mal die Feiertage, die wir haben, auch zu schützen". kna/dpa/epd