Mursi und die Muslimbrüder

Kairo. Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von dem ägyptischen Volksschullehrer Hassan al-Banna gegründet. Damals verstand sie sich als Bewegung zur Wiederbelebung das "wahren Islam". Den Westen mit seinen angeblich verderblichen Einflüssen sah man von Anfang an als existenzielle Bedrohung für das islamistische Projekt an

 Unterstützer der Muslimbruderschaft demonstrieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Foto: dpa

Unterstützer der Muslimbruderschaft demonstrieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Foto: dpa

Kairo. Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von dem ägyptischen Volksschullehrer Hassan al-Banna gegründet. Damals verstand sie sich als Bewegung zur Wiederbelebung das "wahren Islam". Den Westen mit seinen angeblich verderblichen Einflüssen sah man von Anfang an als existenzielle Bedrohung für das islamistische Projekt an.In ihrer Anfangszeit trat die Muslimbruderschaft militant und gewaltbereit auf. Später schwor sie der Gewalt ab. Radikalere Elemente verließen wegen des Gewaltverzichts die Bruderschaft. Sie wurden zu Terroristen und ermordeten unter anderem 1981 den Mubarak-Vorgänger Anwar el Sadat. Die Muslimbruderschaft verstand sich von Anfang an als transnationale islamistische Bewegung. Heute gibt es Zweigorganisationen auch in anderen arabischen Ländern, wie etwa in Jordanien. Auch die radikale Hamas-Organisation in den Palästinensergebieten ging aus der Muslimbruderschaft hervor. Sie bekennt sich zum bewaffneten Kampf gegen die Besatzungsmacht Israel.

Am Sturz Mubaraks in Ägypten hatten die Muslimbrüder wenig Anteil. Mit den Stimmen ihrer Wähler wurde der Muslimbruder Mursi der erste frei gewählte Präsident in der Geschichte des Landes.

Ziel der Muslimbruderschaft ist unverändert die nachhaltige Islamisierung der Gesellschaft. Das schließt am Ende Kopftuchpflicht für Frauen, Alkoholverbot und Geschlechtertrennung im öffentlichen Raum ein. dpa