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Mixas Rückzug entschärft Krise der Katholiken

Mixas Rückzug entschärft Krise der Katholiken

Augsburg. Mit Erleichterung hat die katholische Kirche auf das Rücktrittsangebot des umstrittenen Augsburger Bischofs Walter Mixa (Foto: dpa) reagiert. Der schwere Schritt verdiene Respekt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (Foto: ddp)

Augsburg. Mit Erleichterung hat die katholische Kirche auf das Rücktrittsangebot des umstrittenen Augsburger Bischofs Walter Mixa (Foto: dpa) reagiert. Der schwere Schritt verdiene Respekt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (Foto: ddp). Er hofft, dass nun die größte Vertrauenskrise der Kirche seit dem Krieg überwunden werden kann und ein "Neuanfang" möglich wird. Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke nannte Mixas Rückzug einen "Befreiungsschlag". Der Präsident der Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, sprach von "großer Erleichterung".

Mixa hatte dem Papst am Mittwochabend seinen Rücktritt als Augsburger Oberhirte sowie als Militärbischof angeboten. Es gilt als sicher, dass Benedikt XVI. das Gesuch annimmt. Mixa wollte gestern einen Erholungsurlaub antreten. Der 68-Jährige erneuerte seine Entschuldigung: "Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung." Der Geistliche will nach eigenen Angaben mit seinem Gesuch Schaden von der Kirche abwenden und einen Neuanfang ermöglichen.

Mixa hatte vor kurzem eingestanden, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in Oberbayern (1975 bis 1996) Heimkinder geschlagen zu haben. Zuvor hatte er noch jede Gewalt "reinen Herzens" bestritten. Die Opfer sprechen in eidesstattlichen Versicherungen jedoch von brutalen Prügeln, während Mixa nur Ohrfeigen einräumte. Hinzu kommen Vorwürfe, Mixa habe als Stadtpfarrer Geld zum Schaden einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet.

ZdK-Präsident Glück betonte, ungeachtet des Rücktrittsgesuchs müssten die Vorwürfe vollständig aufgeklärt werden. Ähnliche Forderungen kamen von Grünen-Chefin Claudia Roth, die für die Katholiken ebenfalls die Chance für einen Neuanfang gekommen sieht. "Die Zeit von selbstherrlichen und unangreifbaren Kirchenfürsten ist endgültig vorbei", sagte sie. Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" nannte Mixas Rücktritt gestern "überfällig". und Meinung dpa/ddp