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Minister sieht weiter hohe Terrorgefahr

Minister sieht weiter hohe Terrorgefahr

Berlin/Karlsruhe. Deutschland steht weiter im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Auch nach der Festnahme dreier Al-Qaida-Verdächtiger gaben die Sicherheitsbehörden am Wochenende keine "endgültige Entwarnung". Sie gehen von einer sieben- oder achtköpfigen Gruppe aus, die einen blutigen Anschlag mit einer Splitterbombe plante

Berlin/Karlsruhe. Deutschland steht weiter im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Auch nach der Festnahme dreier Al-Qaida-Verdächtiger gaben die Sicherheitsbehörden am Wochenende keine "endgültige Entwarnung". Sie gehen von einer sieben- oder achtköpfigen Gruppe aus, die einen blutigen Anschlag mit einer Splitterbombe plante. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (Foto: dpa) sagte, man dürfe sich keine Illusionen darüber machen, dass der "islamistische Terrorismus auch Deutschland zum Ziel hat". Mit der Festnahme des Trios sei "eine akute Gefahr" abgewendet worden.Die drei Männer waren am Freitag in Düsseldorf und Bochum verhaftet worden. Offenbar hatten sie vor, Wasserstoffperoxid und Zitronensäure mit Hexamin zu mischen, um einen "Zünder für eine Bombe" zu bauen. Der 29-jährige Marokkaner, ein 31-jähriger Deutsch-Marokkaner und ein 19-jährige Deutsch-Iraner seien beim Bau des Sprengsatzes "noch in der Experimentierphase" gewesen und hätten noch kein konkretes Anschlagsziel gehabt, sagte Bundesanwalt Rainer Griesbaum. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke (Foto: dpa), erklärte jedoch, Veranstaltungen im Großraum Düsseldorf hätten ein "potenzielles Ziel" sein können. Am 14. Mai wird dort das Finale des Eurovision Song Contests ausgetragen. "Wir müssen in Deutschland weiterhin mit Anschlägen rechnen", betonte Ziercke.

Unterdessen streitet die Koalition weiter über die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze. Sie waren nach dem 11. September 2001 beschlossen worden und räumen den Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse ein. Friedrich hat bereits klargestellt, er wolle eine Verlängerung, aber keine Verschärfung. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und andere FDP-Spitzenpolitiker sind dagegen. , A 4: Meinung dapd/dpa