1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Topthemen

Mini-Jobs verdrängen Vollzeitstellen

Mini-Jobs verdrängen Vollzeitstellen

Nürnberg. Sie kellnern, füllen Regale auf oder helfen im Verkauf: Mini-Jobber gehören in manchen Branchen zum Alltag, und ihre Zahl wächst in Deutschland immer weiter. Neue Arbeitsplätze entstehen dadurch allerdings kaum, wie eine gestern vorgelegte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt

Nürnberg. Sie kellnern, füllen Regale auf oder helfen im Verkauf: Mini-Jobber gehören in manchen Branchen zum Alltag, und ihre Zahl wächst in Deutschland immer weiter. Neue Arbeitsplätze entstehen dadurch allerdings kaum, wie eine gestern vorgelegte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Besonders in der Gastronomie und im Handel verdrängen Mini-Jobs häufig reguläre Stellen. In diesen Branchen spielten lange Öffnungszeiten und stark schwankende Nachfrage eine große Rolle. "Hier lässt sich der Faktor Arbeit optimal nutzen, wenn er in Mini-Jobs gestückelt zum Einsatz kommt", heißt es in dem Bericht. Daher gehe die Schaffung neuer Mini-Jobs dort mit dem Abbau regulärer Stellen mit voller Sozialversicherungspflicht einher.

Allerdings gebe es auch Firmen, die es sich gar nicht leisten könnten, regulär bezahlte Mitarbeiter zu beschäftigen. "Die Verdrängung findet vor allem in kleinen und mittleren Betrieben statt", berichteten die Arbeitsmarkt-Forscher Christian Hohendanner und Jens Stegmaier. In größeren Betrieben mit mehr als 100 Mitarbeitern dagegen ergänzten sich beide Beschäftigungsformen. Dort würden Mini-Jobs häufig parallel zu sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen aufgebaut. Nach Angaben des IAB gibt es derzeit rund 7,4 Millionen Mini-Jobs in Deutschland, etwa 2,5 Millionen davon werden als Nebenbeschäftigung ausgeübt. Bislang können Mini-Jobber bis zu 400 Euro verdienen, ohne Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen. Zum 1. Januar steigt die Verdienstgrenze auf 450 Euro.

 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
 Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa
Beliebt: der Mini-Job hinter der Theke. Foto: dpa

Gewerkschaften, Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die Grünen im Bundestag sehen die Studie als Beleg für ihre Vorbehalte gegenüber Mini-Jobs. Sie zeige, dass "in einzelnen Branchen die Verwerfungen durch Minijobs gravierend sind", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Awo-Chef Wolfgang Stadler verwies vor allem auf die fehlende Rentenabsicherung der meisten Mini-Jobber. dpa/afp