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Merkels Besuch ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit

Merkels Besuch ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit

Dass Angela Merkel zu den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Alliierten-Landung eingeladen ist, gilt als Selbstverständlichkeit.

Dabei nahm an den Feierlichkeiten jahrzehntelang kein deutscher Regierungschef teil, eine Einladung des einstigen Erbfeindes war lange undenkbar. Das änderte sich erst 2004. Die Einladung des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder wurde als wichtiges Symbol für die deutsch-französische Aussöhnung gewertet. In Erinnerung blieben die Bilder, wie sich Schröder und Jacques Chirac innig umarmten.

Am heutigen Freitag werden neben Merkel Staats- und Regierungschefs aus rund 20 Ländern erwartet. Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla besuchten bereits gestern unter anderem die Pegasus-Brücke bei Bénouville, die zu Beginn des D-Day 1944 von britischen Fallschirmspringern eingenommen worden war. In Paris traf Queen Elizabeth II. derweil mit François Hollande zusammen. Der französische Präsident wollte am Abend zudem noch mit US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin zusammenkommen - getrennt versteht sich.

Um diplomatische Zwischenfälle zu vermeiden, behalf sich Hollande einer findigen Lösung und setzte gleich zwei Abendessen an: Eines mit Obama in einem Pariser Restaurant, ein anderes - zwei Stunden später - mit Putin im Elysée-Palast. Auf dem Speiseplan sollte jedes Mal die Ukraine-Krise stehen - verdauungstechnisch in jeder Hinsicht eine Herausforderung.