Mehr Frauen entscheiden sich wieder für Kinder

Kinderlosigkeit nimmt ab : Mehr Frauen entscheiden sich wieder für Kinder

Die Kinderlosigkeit in Deutschland nimmt nicht weiter zu, bei Akademikerinnen geht sie sogar zurück.

Die jahrzehntelange Zunahme der Kinderlosigkeit in Deutschland ist gestoppt. Der Anteil der Frauen ohne Kinder ist in den vergangenen Jahren nicht weiter gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt gestern mit. Etwa jede fünfte Frau bleibt demnach „endgültig kinderlos“. Gleichzeitig steigt die Zahl der Geburten leicht an. Erstmals seit 1982 erreichte die Geburtenziffer 2015 wieder den Wert von 1,5 Kindern je Frau. Dazu habe nicht zuletzt eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung, beigetragen, sagte der Vizepräsident des Bundesamts, Georg Thiel. Er sprach von „fragilen Zahlen“. Der demografische Wandel sei nicht aufgehoben.

Lange Zeit hatte sich die endgültige Kinderlosigkeit stetig vergrößert – von elf Prozent bei den 1937 geborenen Frauen bis 21 Prozent beim Jahrgang 1967. „Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit sogar zurückgegangen“, sagte Thiel. So war unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen der Anteil der Kinderlosen im Vorjahr mit 25 Prozent um drei Prozentpunkte geringer als 2012. Bei Nicht-Akademikerinnen indes ist ein Trend zu mehr Kindern nicht erkennbar, im Gegenteil: Hier steigt der Anteil der kinderlosen Frauen noch, außer bei den Zuwanderinnen.

Auch regional gibt es große Unterschiede. Während in den Stadtstaaten die Kinderlosigkeit am höchsten ist, ist sie im Osten am geringsten. Spitzenreiter bei den kinderlosen Frauen ist Hamburg mit 31 Prozent, gefolgt von Berlin (27). In den Ost-Ländern liegt der Anteil bei elf bis 13 Prozent und damit deutlich unter der Quote im Westen mit 21 Prozent. Mit jeweils 19 Prozent ist der Anteil der kinderlosen Frauen im Saarland und in Baden-Württemberg der niedrigste in den alten Bundesländern. Passend dazu meldete das Uni-Klinikum Homburg gestern so früh wie noch nie innerhalb eines Jahres die 1000. Geburt. Das sind über 100 Entbindungen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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