Madame Klarsfeld irritiert auch in Frankreich

Paris. In Frankreich kennt man sie gut, die Klarsfelds. Immer wieder erscheinen sie in der Öffentlichkeit, mit Auftritten, Veröffentlichungen und Äußerungen, als Spezialisten für den Holocaust und dessen Aufarbeitung. Das gilt nicht nur für Beate, die für die Linke als Bundespräsidentin kandidiert, und ihren Mann Serge, einen in Frankreich angesehenen Schriftsteller

Paris. In Frankreich kennt man sie gut, die Klarsfelds. Immer wieder erscheinen sie in der Öffentlichkeit, mit Auftritten, Veröffentlichungen und Äußerungen, als Spezialisten für den Holocaust und dessen Aufarbeitung. Das gilt nicht nur für Beate, die für die Linke als Bundespräsidentin kandidiert, und ihren Mann Serge, einen in Frankreich angesehenen Schriftsteller. Sondern auch für ihren Sohn Arno Klarsfeld, ebenfalls Jurist und ein Vertrauter von Präsident Nicolas Sarkozy, mit dessen Frau Carla Bruni er eine Liaison hatte - freilich vor ihrer Heirat. Sarkozy gilt als einer der Beförderer von Arno Klarsfelds Karriere, er machte ihn zu seinem Berater.Aus ihrer Nähe zum konservativen französischen Staatschef macht die Familie keinen Hehl - auch Beate Klarsfeld nicht. "Wir unterstützen Sarkozy. Das sage ich ganz offen", erklärte die 73-Jährige bei ihrer Pressekonferenz in Berlin. Während Gregor Gysi eine "Meinungsverschiedenheit" feststellte, scheint Klarsfeld selbst das Engagement für die Konservativen in Frankreich und die Linken in Deutschland gut vereinbaren zu können.

In ihrer Wahlheimat Frankreich, wo sie seit ihrem Aufenthalt als Au-pair-Mädchen in den 60er Jahren lebt, erstaunt dieses Engagement. Die Klarsfelds stehen für Antifaschismus, aber nicht für linke Werte wie den Kampf um soziale Gerechtigkeit. Sie wohnen in einem gehobenen Stadtteil von Paris und gehören zur Bourgeoisie, politisch wie gesellschaftlich. Gerade in einem Land, das stark in ideologischen Gegensätzen denkt, muss ihre Nominierung irritieren. Zwar gelten Beate und Serge Klarsfeld , als moralische Autoritäten, nicht nur durch die Jagd auf Nazis, sondern auch durch ihre scharfe Opposition gegen Jean-Marie Le Pen und seinen rechtspopulistischen Front National. Doch angesichts der gegen Ausländer gerichteten Töne Sarkozys war noch kein Protest zu hören. Foto: Lang/dapd

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort