Machtwechsel in Athen macht Europa nervös

Athen/Saarbrücken · Griechenland könnte schon bald eine linke Regierung haben – und Europa in der Sparpolitik unter Druck setzen. Für das Linksbündnis Syriza schien bei den Wahlen gestern die absolute Mehrheit greifbar.

Europa muss sich auf harte Verhandlungen mit dem Krisenstaat Griechenland einstellten. Das Linksbündnis Syriza, das für ein Ende der Sparpolitik und eine Kappung der griechischen Staatsschulden eintritt, hat bei der Parlamentswahl Hochrechnungen zufolge mit gewaltigem Vorsprung gesiegt. Die Partei von Alexis Tsipras kam demnach auf 36,5 Prozent der Stimmen und könnte mit Hilfe eines kleinen Partners regieren. Aber auch die absolute Mehrheit von 151 der 300 Sitze im Parlament lag für sie dank des 50-Sitze-Bonus, den in Griechenland die stärkste Partei erhält, in greifbarer Nähe. Die bislang regierenden Konservativen von Regierungschef Antonis Samaras kamen lediglich auf 27,7 Prozent und damit 76 Sitze. Im Rennen um den dritten Platz lag die rechtsradikale Goldene Morgenröte vorn. Sie erreichte laut Hochrechnungen 6,3 Prozent der Stimmen (17 Sitze). Die proeuropäische Partei der politischen Mitte, To Potami (Der Fluss), lag bei 5,9 Prozent (16 Sitzen). Knapp, aber sicher über der Drei-Prozent-Hürde waren Kommunisten, Sozialisten, und Rechtspopulisten.

In der EU blickt man nervös nach Athen : Die EU und der Internationale Währungsfonds haben Athen mit Darlehen von rund 240 Milliarden Euro geholfen. Die Euro-Finanzminister wollen heute über den weiteren Weg sprechen.

Die Vorsitzende der Saar-Linken, Astrid Schramm , beglückwünschte gestern Alexis Tsipras zu seinem "herausragenden Wahlergebnis". Die griechischen Wähler hätten der "Knebel-Politik Europas" eine klare Absage erteilt. > e, Meinung