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Linke verliert dramatisch an Zustimmung

Linke verliert dramatisch an Zustimmung

Berlin/Saarbrücken. Der Machtkampf zwischen Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch bei der Linken hinterlässt Spuren: Die Partei erreicht in einer aktuellen Repräsentativ-Umfrage des Forschungsinstituts Emnid nur noch sechs Prozent bundesweit, das ist der schlechteste Wert seit ihrer Gründung im Jahr 2007

Berlin/Saarbrücken. Der Machtkampf zwischen Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch bei der Linken hinterlässt Spuren: Die Partei erreicht in einer aktuellen Repräsentativ-Umfrage des Forschungsinstituts Emnid nur noch sechs Prozent bundesweit, das ist der schlechteste Wert seit ihrer Gründung im Jahr 2007. Bei der Bundestagswahl 2009 war die Partei mit 11,9 Prozent noch auf eine etwa doppelt so hohe Zustimmung gestoßen.Im Streit um die künftige Führung der Bundespartei bekräftigte Fraktionsvize Dietmar Bartsch am Wochenende seine Kandidatur. Zugleich schloss er eine Doppelspitze mit Sahra Wagenknecht, der Lebensgefährtin Lafontaines, nicht aus. Die frühere Wortführerin der Kommunistischen Plattform wies den Vorschlag jedoch strikt zurück. Dies habe sie immer ausgeschlossen, "weil dann die Streitigkeiten weitergehen würden", sagte sie dem "Tagesspiegel". Lafontaine hatte am Dienstag seine Bereitschaft zur Kandidatur für die Parteisspitze erklärt, eine Kampfkandidatur gegen seinen Widersacher Bartsch aber abgelehnt. Nach Informationen des "Tagesspiegel" wollten sich Bartsch und Lafontaine gestern Abend in Berlin treffen. Die Linke wird laut Satzung von einer Doppelspitze geführt, der eine Frau angehören muss. Traditionsgemäß kommt dabei je ein Parteichef aus den östlichen und den westlichen Landesverbänden. Gewählt wird die neue Führung auf dem Göttinger Parteitag Anfang Juni.

Der ehemalige Parteichef Lothar Bisky plädierte für eine Kampfkandidatur zwischen Bartsch und Lafontaine. Er glaube nicht, dass Lafontaine einen Rückzug Bartschs erzwingen könne. Für Bartsch spreche "die andere Generation".

Die Verbände der Linken im Saarland und in Rheinland-Pfalz machen sich dagegen für Oskar Lafontaine stark. Die Mitglieder sprachen sich bei einer Regionalkonferenz in Saarbrücken für den 68-Jährigen als Bundesparteichef aus. > Seite A 6 und B 2: Bericht dpa/afp/red

Foto: dpa

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