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LBS-Prognose
Im Saarland wird das Bauland knapp

FOTO: dpa / Raphael Knipping
Saarbrücken. Grundstücke werden im Saarland teurer, sagt die LBS voraus – das gelte auch für viele ländliche Gebiete. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Bauen wird im Saarland deutlich teurer. Das zeigt die Prognose der saarländischen Bausparkasse LBS, einer Tochter der Landesbank Saar-LB. „Der Immoblienmarkt ist gekennzeichnet durch eine hohe Nachfrage bei geringem Angebot“, sagte gestern Peter Becker, Vertriebsdirektor der LBS Saar. Für das aktuelle Jahr erwartet er auf breiter Front Preisanstiege. Bauland werde zunehmend knapp, in begehrten Regionen werde es fünf bis zehn Prozent teurer, schätzt die LBS. „Der Verkauf solcher Grundstücke hat teilweise Auktionscharakter“, sagte Becker. Auch in ländlichen Regionen geht die Saar-Bausparkasse von Preissteigerungen von zwei bis fünf Prozent für Bauland aus. Ein- und Zweifamlienhäuser, Wohnungen und Mehrfamilienhäuser würden beim Kauf rund fünf Prozent teurer. „Mehrfamilienhäuser, jahrelang wenig beachtet, werden heute als Anlageobjekte in kürzester Zeit verkauft“, so Becker.


Trotz gestiegener Nachfrage gebe es noch zahlreiche Leerstände. Vor allem in Regionen wie dem Hochwald, sagte Markus Ehm, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH. Dort sollten die Städte Immobilien zurückkaufen, abreißen und die Grundstücke als Bauland wieder anbieten. Letztlich sei das sinnvoller, als neues Bauland zu erschließen. Oft scheitere diese Strategie an den Preisvorstellungen der Hauseigentümer. „Bei einem solchen Rückkauf errechnet sich der Preis aus dem Grundstückswert minus den Abrisskosten“, sagte Becker.

Obwohl Immobilien weiter eine gute Anlageform seien, sind die Renditen, die sich damit erzielen lassen, angesichts hoher Kaufpreise aber auch der stark gestiegenen Baukosten deutlich gesunken. Realistisch seien drei bis 3,5 Prozent im Neubau, sagte Becker.