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Land bekräftigt Bergbau-Aus bis zum Jahr 2012

Land bekräftigt Bergbau-Aus bis zum Jahr 2012

Saarbrücken. Genau ein Jahr nach dem dramatischen Erdbeben im Raum Saarwellingen hat die Landesregierung den Beschluss bekräftigt, die Kohleförderung im Saarland spätestens im Jahr 2012 einzustellen

Saarbrücken. Genau ein Jahr nach dem dramatischen Erdbeben im Raum Saarwellingen hat die Landesregierung den Beschluss bekräftigt, die Kohleförderung im Saarland spätestens im Jahr 2012 einzustellen. Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU, Foto: bub) erklärte gegenüber der SZ: "Ich bin absolut sicher, dass es mit einer Landesregierung unter der Führung von Peter Müller keine Trendwende mehr geben wird. Mitte 2012 ist Schluss mit dem Bergbau", so Rippel.

Am 23. Februar 2008 hatte ein Beben der Stärke 4,0 mit einer Schwinggeschwindigkeit von 93,5 Millimetern pro Sekunde den Raum Saarwellingen erschüttert und unter anderem Teile der Kirche St. Blasius beschädigt. Der Abbau im ergiebigen Abbaufeld Primsmulde wurde daraufhin endgültig eingestellt. Nach einer Verzögerung wurde der Abbau im ertragsschwächeren Flöz Grangeleisen aufgenommen.

Derweil beginnt im Saarland in diesen Wochen die letzte Phase der Kohleförderung: Das Unternehmen RAG Deutsche Steinkohle reicht im März bei der Bergbehörde den Antrag auf Genehmigung der Förderung in den drei verbleibenden Streben östlich von Reisbach ein. Ziel ist es, dort ab Oktober 2009 Kohle zu fördern, so der Chef des Bergwerks Saar, Friedrich Breinig. Minister Rippel zeigte sich optimistisch, dass das Bergamt im Rahmen eines sozialverträglichen Auslaufbergbaus diese Genehmigung erteilen werde, voraussichtlich aber mit Auflagen. Diese Übergangslösung bis 2012 ermögliche es auch, die saarländischen Kraftwerke mit heimischer Kohle zu versorgen und die Umstellung auf Importkohle störungsfrei zu bewältigen.

Die Vermittlung von Bergleuten in andere Betriebe macht offenbar Fortschritte. Die dafür vom Land und der RAG eingerichtete Transferstelle unter Leitung von Ex-Wirschaftsministers Hanspeter Georgi kann nach dessen Worten bereits Ende Juni 2009 die Arbeit abschließen. 300 der 400 zu vermittelnden jungen Personen seien in anderen Betrieben untergebracht, für die anderen gebe es mehr als 100 Angebote. Derweil sind die vom Bergbau verursachten Schäden an der St. Blasius Kirche in Saarwellingen weitestgehend beseitigt. Insgesamt wird die Kirche für 800 000 Euro renoviert, 350 000 Euro stammen aus Mitteln zur Beseitigung von Bergschäden. ; Seite A 4: Meinung