Lafontaine will bei Rot-Rot-Grün im Land bleiben

Lafontaine will bei Rot-Rot-Grün im Land bleiben

Saarbrücken. Linke-Chef Oskar Lafontaine will im Falle eines rot-rot-grünen Bündnisses im Saarland Fraktionschef im Saarbrücker Landtag bleiben. Dies bestätigte gestern Abend Linke-Landeschef Rolf Linsler gegenüber der Saarbrücker Zeitung und nannte es "eine hervorragende Lösung"

Saarbrücken. Linke-Chef Oskar Lafontaine will im Falle eines rot-rot-grünen Bündnisses im Saarland Fraktionschef im Saarbrücker Landtag bleiben. Dies bestätigte gestern Abend Linke-Landeschef Rolf Linsler gegenüber der Saarbrücker Zeitung und nannte es "eine hervorragende Lösung". Lafontaine will nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" diesen Entschluss bei der heute beginnenden Fraktionsklausur der Linken im Bundestag verkünden. Sollte Lafontaine an die Saar wechseln, bliebe alleiniger Fraktionschef im Bundestag zunächst Gregor Gysi. Ihm könnte später eine Frau zur Seite gestellt werden. An der Rolle Lafontaines als Parteichef solle sich nichts ändern. Ob er auch sein Bundestagsmandat niederlegen werde, konnte Linsler nicht sagen. Lafontaine selbst war für eine Stellungnahme gestern Abend nicht zu erreichen.

Die Linken waren bei der Landtagswahl am 30. August mit ihrem Spitzenkandidaten Lafontaine auf Anhieb auf 21,3 Prozent gekommen, allerdings hinter der SPD geblieben. Er hatte vor der Wahl angekündigt, in ein Kabinett unter dem SPD-Chef Heiko Maas, der in seiner Zeit als Ministerpräsident bereits Staatssekretär war, nicht eintreten zu wollen. Aus der Linken in Berlin verlautete, möglicherweise wolle Lafontaine durch seine Entscheidung, die Linke-Fraktion im Saarland zu führen, den Grünen beweisen, wie sehr ihm an der Bildung eines rot-rot-grünen Bündnisses gelegen sei. Es wäre die erste Koalition dieser Art bundesweit.

Die Entscheidung über die künftige Regierung des Saarlandes ist aber auch nach der letzten von drei Regionalkonferenzen der Grünen gestern in Saarlouis-Fraulautern offen. Bei der geschlossenen Veranstaltung für die Partei-Basis gab es nach SZ-Informationen sowohl Stimmen für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken als auch für Gespräche mit CDU und FDP über eine Jamaika-Koalition. Der Landesvorstand der Grünen soll am Sonntag ein Votum für eine Option abgeben, Landeschef Hubert Ulrich will dieses im Anschluss bei einem Parteitag verkünden. Maßgeblich sei der Beschluss der Delegierten. ulb/dpa

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