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Lachen statt streiten soll eine lange Ehe garantieren

Lachen statt streiten soll eine lange Ehe garantieren

Heidelberg. Knapp 187 000 Ehen sind 2007 in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geschieden worden. Manche Scheidungskriege hätten sich allerdings nach Meinung des Heidelberger Arztes, Psychotherapeuten und Buchautoren Arnold Retzer vermeiden lassen können, wenn die Paare einfache Spielregeln der Liebe und Partnerschaft beachtet hätten

Heidelberg. Knapp 187 000 Ehen sind 2007 in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geschieden worden. Manche Scheidungskriege hätten sich allerdings nach Meinung des Heidelberger Arztes, Psychotherapeuten und Buchautoren Arnold Retzer vermeiden lassen können, wenn die Paare einfache Spielregeln der Liebe und Partnerschaft beachtet hätten. "Mit jeder Hochzeit heiratet man ein paar unlösbare Probleme. Wenn ein Partner diese lösen möchte, hat die Partnerschaft schon einen Knacks", sagt der 56 Jahre alte Privatdozent der Universität Heidelberg. Nüchtern analysiert er meist zu Beginn von Sitzungen zur Paartherapie, dass sich Streitereien oft wegen banaler Dingen wie falsch ausgedrückten Zahnpastatuben entzünden und kriegsähnliche Zustände auslösen. Dabei wird jede Macke gegeneinander ausgespielt. "Männer und Frauen passen eigentlich nicht zusammen. Dies ist aber die Chance jeder Beziehung, wenn akzeptiert wird, dass eine gute Ehe oder Partnerschaft nicht aus völliger Harmonie besteht, sondern auch aus Widerspruch und Unterschieden", sagt Retzer. So gebe es zum Beispiel Paare, die völlig unterschiedlich sind und dennoch ein erfülltes Eheleben führen. Weil sie sich nicht gegenseitig ändern wollten, sich dafür aber respektieren und auch zum Lachen bringen. "Deshalb frage ich Paare beim ersten Kontakt, wann sie zuletzt übereinander gelacht haben, da sichtbarer Humor implizit ein Beleg von Milde ist", sagt der seit 21 Jahren verheiratete dreifache Familienvater. Gegenseitige Liebe und Respekt entstünden auch dann, wenn ein Paar Informationen über Erlebtes, den Beruf oder das Privatleben miteinander teilen.Problematisch können für jede Beziehung jedoch Verletzungen, Kränkungen, Untreue und Affären sein, bei denen betroffene Paare immer wieder der überbewerteten Idee der Gerechtigkeit und dem Ausgleich nachhingen. "Aber wie soll beispielsweise der Seitensprung eines Partners wieder gutgemacht werden? Darf ein gehörnter Ehemann seine Frau nun einmal oder gar mit fünf Frauen betrügen, damit wieder Gleichstand herrscht?", fragt Retzer und hat sofort eine Antwort: Gerechtigkeit sei eine Konstruktion der Mathematik und damit für das Paarleben unbrauchbar, da ein übertriebener Gerechtigkeitsanspruch eher zu Rachefeldzügen als zu einer Intensivierung des Liebesglücks führten. Die Alternative seien altbewährte Methoden von erfahrenen Ehepaaren, die einander ihre Fehler unausgesprochen verzeihen und Ansprüche aufgeben, die man an den anderen hat. So könne es von Vorteil sein, wenn die Partner die Gnade des Vergessens praktizierten und auf unnötige Ratgeberbücher verzichteten, da beide sonst verzweifeln, wenn sie alle dort aufgeführten Dinge im Leben umsetzen wollten. dpa "Männer und Frauen passen eigentlich nicht zusammen."Arnold Retzer, Arzt, Psychotherapeut und Buchautor