Kommentar Tierwohl-Label: Nur ein erster Schritt

Kommentar : Nur ein erster Schritt

Das muss man Julia Klöckner einfach lassen, sie prescht mit Vollgas durch ihr Aufgabenfeld. Das Tierwohl-Label war eine drei Jahre andauernde Schwerstgeburt. Klöckner hat die Dinge nun zu einem Ende gebracht.

Ob auch zu einem guten, entscheidet sich demnächst im Supermarkt. Denn der Verbraucher muss der neuen dreistufigen Kennzeichnung auch vertrauen und dann zu den entsprechenden Produkten greifen. Es darf ihn nicht stören, dass Fleisch etwas teurer werden wird.

Der Erfolg hängt auch davon ab, ob das Label die Haltungsbedingungen einfach und schnell verdeutlicht. Hier muss die Ministerin noch liefern und aufpassen, dass ihr Label nicht nur eines von vielen wird. Wie sich das Siegel abheben will, ist noch offen. Zumal es nicht Geflügel und Rinder abdeckt und schon gar nicht verpflichtend ist. Das wiederum ist das größte Manko – weshalb Zweifel bleiben, ob die Tiere es dank des Labels am Ende tatsächlich so viel besser haben werden. Mehr als ein erster Schritt ist es jedenfalls nicht.

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