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Kommando für Raketenabwehr geht in die Pfalz

Kommando für Raketenabwehr geht in die Pfalz

Ramstein/Brüssel. Die Kommandozentrale für den geplanten Nato-Raketenschild wird auf der US-Airbase im pfälzischen Ramstein angesiedelt. Das bestätigte gestern ein Sprecher des Hauptquartiers der Alliierten Luftstreitkräfte in Ramstein auf Anfrage. Der Schild soll schrittweise bis 2020 aufgebaut werden und vor allem eine aufkommende Bedrohung durch Raketen aus dem Iran abwehren

Ramstein/Brüssel. Die Kommandozentrale für den geplanten Nato-Raketenschild wird auf der US-Airbase im pfälzischen Ramstein angesiedelt. Das bestätigte gestern ein Sprecher des Hauptquartiers der Alliierten Luftstreitkräfte in Ramstein auf Anfrage. Der Schild soll schrittweise bis 2020 aufgebaut werden und vor allem eine aufkommende Bedrohung durch Raketen aus dem Iran abwehren. Im Zuge der Neuordnung der Nato-Kommandostruktur werde das bislang auf die zwei Standorte Ramstein (Nord) und Izmir (Süd) aufgeteilte Hauptquartier der Nato-Luftstreitkräfte komplett in Deutschland konzentriert, sagte der Sprecher. Das Hauptquartier in Ramstein werde in den nächsten zwei Jahren von bislang 400 auf dann 500 Dienstposten erweitert. Unklar sei noch, ob die ersten technischen Einrichtungen für den Raketenschild, die vor einem Jahr im nordrhein-westfälischen Uedem eingerichtet wurden, ebenfalls nach Ramstein verlagert werden. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) begrüßt die Entscheidung zum Aufbau der Kommandozentrale in Ramstein. Deutschland könne sich vorstellen, seine 24 Patriot-Raketen als Teil dieses Abwehrsystems zur Verfügung zu stellen, sagte de Maizière in Brüssel am Rande eines Treffens mit seinen Nato-Amtskollegen.Der Verteidigungsminister versicherte ausdrücklich, dass der Raketenschild sich nicht gegen Russland richte. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang die Einladung an Russland, bei dem Abwehrsystem mitzuwirken - "in einer noch zu bestimmenden Weise".

Das Projekt eines Raketenschilds geht auf ein Vorhaben der USA zurück. Ursprüngliche Pläne der US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush wurden zwar aufgegeben. Bei ihrem Gipfeltreffen in Lissabon im November 2010 beschlossen dann aber die Nato-Staaten schließlich, einen gemeinsamen Raketenschirm aufzubauen. Der Schild soll in mehreren Etappen bis zum Jahr 2020 aufgebaut werden. Mehrere Staaten haben bereits ihre Beteiligung an dem Schild zugesagt, unter ihnen Polen, Spanien, Rumänien und die Türkei. dapd/afp

Foto: dpa