Kölner Studie: Schlafentzug weckt Lust auf ungesunde Nahrung

Müdigkeit macht Heißhunger : Studie: Wer länger schläft, wird schneller schlank

Nach einer kurzen Nacht mit Heißhunger auf Schokolade oder Burger aufzuwachen – dieses Phänomen ist vielen Menschen bekannt. Bislang galt ein gestörter Hormonhaushalt als Grund für den ungesunden Zusammenhang.

Der „Müdigkeitsappetit“ könnte aber auch ganz anders entstehen, wie Forscher der Universität Köln nun im Fachblatt „Journal of Neuro­science“ berichten. Sie fanden Hinweise darauf, dass der Schlafentzug das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Die Wissenschaftler wiesen Probanden nach einem Abendessen an, zu schlafen oder im Labor wach zu bleiben. Am Morgen danach stellten sie in Tests fest, dass die Probanden mit Schlafentzug gewillter waren, Geld für Snacks auszugeben. MRT-Aufnahmen zeigten bei ihnen zudem verstärkte Aktivitäten in zwei Gehirnbereichen, welche affekt- oder lustbetonte Empfindungen verarbeiten. Schon eine Nacht Schlafentzug löse einen Kreislauf aus, der ein essensspezifisches, neuronales Belohnungssystem in Gang setze, so die Forscher.

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