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Köhler fordert Zusammenhalt in der Krise

Köhler fordert Zusammenhalt in der Krise

Berlin. Bundespräsident Horst Köhler (Foto: dpa) hat Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zum gemeinsamen Vorgehen gegen den Konjunkturabschwung aufgerufen. Wenn alle zusammenstünden, sei die Lage beherrschbar, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Eine Rezession in Deutschland ist aus Köhlers Sicht allerdings unvermeidlich

Berlin. Bundespräsident Horst Köhler (Foto: dpa) hat Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zum gemeinsamen Vorgehen gegen den Konjunkturabschwung aufgerufen. Wenn alle zusammenstünden, sei die Lage beherrschbar, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Eine Rezession in Deutschland ist aus Köhlers Sicht allerdings unvermeidlich. Obwohl sich gerade viele Mittelständler vorbildlich verhielten, werde dies auch Arbeitsplätze kosten. Die drängendste Aufgabe bestehe darin, den Kreditverkehr zwischen den Banken wieder in Gang zu bringen. Ihn als überzeugten Marktwirtschaftler "grause" es zwar, so Köhler, dass Privatunternehmen wie die Auto-Konzerne Milliarden vom Staat erhielten. "Aber nichts zu tun, ist die schlechtere Alternative."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ derweil die Bereitschaft zu weiteren staatlichen Hilfen gegen den Abschwung erkennen. Man werde "laufend schauen", was eventuell noch zu tun sei. "Deutschland ist sich seiner Verantwortung als größte Wirtschaftsmacht Europas bewusst", sagte Merkel anlässlich des EU-Gipfels in Brüssel. Dort beraten die Vertreter der Gemeinschaft unter anderem über Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise. Derweil nimmt der Druck auf Merkel aus der Schwesterpartei CSU weiter zu: Wirtschaftsminister Michael Glos schlug vor, die Bürger schon ab Januar um 25 Milliarden Euro zu entlasten. Die IG Metall legte gestern ein Sieben-Punkte-Programm zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Stützung der Konjunktur vor. Zugleich übte sie scharfe Kritik am Geschäftsgebaren der Banken.

Experten legten gestern ein weiteres düsteres Szenario für die Wirtschaftsentwicklung vor. Das Münchner Ifo-Institut erwartet in seiner Prognose für 2009 ein Minus von 2,2 Prozent beim deutschen Bruttoinlandsprodukt. Anders als zahlreiche andere Experten, die bereits für die zweite Jahreshälfte eine Wiederbelebung der Konjunktur voraussagen, bleiben die Münchner pessimistisch. Sie rechnen auch für 2010 noch mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung. > Seite A3, A7: Berichte und Meinung, siehe auch Seite A4: Analyse afp/ddp/dpa