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Kliniken entlassen Patienten immer früher

Kliniken entlassen Patienten immer früher

Berlin/Saarbrücken. In deutschen Krankenhäusern ist seit 1991 fast ein Viertel aller Betten abgebaut worden. Zugleich wurden 13 Prozent aller Kliniken geschlossen oder mit einer anderen Einrichtung zusammengelegt. Wie eine gestern vorgelegte Untersuchung des Statistischen Bundesamts zeigt, gibt es inzwischen bundesweit noch 2087 Krankenhäuser. Ein Drittel davon wird privat betrieben

Berlin/Saarbrücken. In deutschen Krankenhäusern ist seit 1991 fast ein Viertel aller Betten abgebaut worden. Zugleich wurden 13 Prozent aller Kliniken geschlossen oder mit einer anderen Einrichtung zusammengelegt. Wie eine gestern vorgelegte Untersuchung des Statistischen Bundesamts zeigt, gibt es inzwischen bundesweit noch 2087 Krankenhäuser. Ein Drittel davon wird privat betrieben.

Obwohl auch die Zahl der Betten deutlich um 159000 auf zuletzt 507000 zurückging, lag die Auslastung mit 77 Prozent deutlich unter dem Wert von 1991 (84 Prozent). Ein wesentlicher Grund ist die kürzere Verweildauer der Patienten: Voriges Jahr blieben sie durchschnittlich 8,3 Tage im Krankenhaus - so kurz wie nie zuvor. 1991 betrug die Verweildauer nach Angaben der Statistiker im Schnitt noch 14 Tage. Gegenläufige Trends gab es beim Klinik-Personal: Zwischen 1991 und 2007 stieg die Zahl der Ärzte um ein Drittel auf 126000 Vollzeitkräfte. Beim nicht medizinischen Personal wurde - gerechnet in vollen Stellen - ein Einbruch um 15 Prozent auf 666000 Arbeitsplätze verbucht.

Auch im Saarland schrumpfte die Zahl der Krankenhausbetten seit den frühen neunziger Jahren spürbar. Während es 1991 noch 9461 Betten in 30 Kliniken gab, sind es heute 6822 Betten (minus 28 Prozent) in 25 Krankenhäusern. Der Abbau liegt damit sogar über den Vorgaben des Krankenhausplans (siehe Grafik). Mit 8,1 Tagen ist die Verweildauer der behandelten Patienten im Land kürzer als im Bundesschnitt, die Bettenauslastung von 83,8 Prozent liegt sogar deutlich darüber. Der Sprecher der Ersatzkassenverbände im Saarland, Axel Mittelbach, beurteilt die gesunkene Verweildauer positiv. Allerdings belege das Saarland im Bundesvergleich noch immer Spitzenplätze in Bezug auf die Bettenzahl pro Einwohner und die Klinikausgaben insgesamt, sagte er auf Anfrage der SZ: "Wir appellieren an die Krankenhäuser, noch besser zu kooperieren und sich noch stärker zu spezialisieren." dpa/tho