Keine Spiele in München

Da freut sich Deutschland: Thomas Bach wirft seinen Hut in die olympischen Ringe. Er will Präsident des Internationalen Olympischen Komitees werden.

Das war absehbar - aber egal: Die Bundeskanzlerin und der Innenminister wünschen Glück, schließlich könnte Bachs Bewerbung gut für Deutschland sein. Daher beleuchten wir seine Vergangenheit nicht ganz so kritisch. Zum Beispiel, dass er der ehemalige Adlatus des damaligen Adidas-Chefs Horst Dassler ist. Jener Dassler, der der Strippenzieher im Weltsport war. Er brachte Joseph Blatter bei der Fifa in Stellung, er gründete die ISL, jene Sportmarketingfirma, die 142 Millionen Franken Schmiergeld zahlte. Davon wusste Bach nichts, sagt Bach.

Schauen wir lieber in die Zukunft. In der wird Bachs vermeintliche Wahl wohl sicher dafür sorgen, dass München 2022 keine Winterspiele bekommt. Daran zu glauben, dass das IOC 2015 wieder für Deutschland, wieder für Bach stimmt, ist blauäugig. Genauso wie der Gedanke, dass seine Kandidatur gut für Deutschland ist.