1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Topthemen

Jubel und Angst nach Tod von Terrorchef Bin Laden

Jubel und Angst nach Tod von Terrorchef Bin Laden

Washington/Berlin. Fast zehn Jahre nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA ihren Staatsfeind Nummer eins getötet. Ein Spezialkommando spürte Osama bin Laden, den Gründer und Chef des Terrornetzwerks Al Qaida, in der Nacht zu Montag in seinem Versteck in Pakistan auf und tötete den 54-Jährigen durch einen Kopfschuss

Washington/Berlin. Fast zehn Jahre nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA ihren Staatsfeind Nummer eins getötet. Ein Spezialkommando spürte Osama bin Laden, den Gründer und Chef des Terrornetzwerks Al Qaida, in der Nacht zu Montag in seinem Versteck in Pakistan auf und tötete den 54-Jährigen durch einen Kopfschuss. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", sagte US-Präsident Barack Obama in einer Rede an die Nation: "Die Welt ist durch den Tod von Osama bin Laden sicherer geworden und ein besserer Ort." Unmittelbar nach Bekanntwerden der Todesnachricht versammelten sich in New York, Washington und vielen weiteren Städten der USA tausende Menschen, um das Ende des meistgesuchten Mannes der Welt zu feiern.Auch international löste Bin Ladens Tod große Erleichterung aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem "Wendepunkt" im Kampf gegen den Terrorismus, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte die gezielte Tötungsaktion einen "großen Erfolg". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, sie "freue" sich über den Tod des Al-Qaida-Chefs, da er nun keine weiteren Anschläge in Auftrag geben könne: "Das ist einfach eine gute Nachricht."

Zugleich riefen gestern zahlreiche Regierungen angesichts möglicher Vergeltungsschläge zur Vorsicht auf. Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) geht von Al Qaida weiterhin eine Bedrohung aus. Es sei "verfrüht zu jubeln und zu glauben, dass der Terrorismus damit beendet ist", sagte er. Die Gefährdungslage sei unverändert hoch. Ähnlich äußerte sich der saarländische Innenminister Stephan Toscani (CDU). Er hält es für möglich, "dass es kurzfristig zu einer Emotionalisierung radikaler Islamisten kommt". In Abstimmung mit den Behörden des Bundes würden die "verdeckten Maßnahmen zur Informationsgewinnung" daher intensiviert. > Seite A 2 und A 3: Berichte, A 4: Meinung dpa/afp/kir/has