Jeder Zehnte würde gern mehr arbeiten

Jeder Zehnte würde gern mehr arbeiten

Nürnberg/Saarbrücken. Trotz erneut verbesserter Arbeitsmarktzahlen finden viele Deutsche noch immer nicht die gewünschte Beschäftigung. 8,6 Millionen Menschen in Deutschland wollen mehr arbeiten, erhalten dazu aber nicht die Möglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in einer gestern vorgelegten Auswertung

Nürnberg/Saarbrücken. Trotz erneut verbesserter Arbeitsmarktzahlen finden viele Deutsche noch immer nicht die gewünschte Beschäftigung. 8,6 Millionen Menschen in Deutschland wollen mehr arbeiten, erhalten dazu aber nicht die Möglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in einer gestern vorgelegten Auswertung. Neben den rund 3,2 Millionen offiziellen Erwerbslosen hätten sich im vergangenen Jahr auch 4,2 Millionen Menschen, die einen Job haben, mehr Arbeitsstunden gewünscht. Im Jahr 2009 machten diese so genannten Unterbeschäftigten demnach 10,9 Prozent aller Erwerbstätigen aus. Bei den Teilzeitkräften gab mehr als jeder fünfte Befragte (22,2 Prozent) an, eigentlich mehr arbeiten zu wollen, bei den Vollzeitbeschäftigten 6,8 Prozent. Das Bundesamt bezog in seine Statistik darüber hinaus 1,2 Millionen Menschen ein, die ohne Job sind, aber nicht in offiziellen Arbeitslosen-Statistiken auftauchen. Zu dieser "Stillen Reserve" gehören Menschen, die nicht mehr nach Arbeit suchen, vorzeitig in Rente gegangen sind oder an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände (VSU), Joachim Malter, sagte, bei qualifizierten Beschäftigten scheitere der Wunsch nach längeren Arbeitszeiten in der Regel nicht an den Unternehmen, sondern an familären Umständen. Bei weniger Qualifizierten schließe er nicht aus, "dass der Arbeitsmarkt schwierig ist". Unterdessen erweist sich Zeitarbeit nur selten als Einstieg in eine dauerhafte reguläre Beschäftigung. Zu diesem Ergebnis kommt eine ebenfalls gestern vorgelegte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Nur sieben Prozent der ehemals Arbeitslosen lassen demnach die Leiharbeit nach zwei Jahren hinter sich. Nach Angaben des Instituts gibt es derzeit rund 750 000 Leiharbeiter in Deutschland. Die offizielle Zahl der Arbeitslosen ist derweil im Juni weiter gesunken. Nach Berechnungen von Bankenvolkswirten und Konjunkturforschern waren rund 3,13 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; das sind 110 000 weniger als im Mai. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur heute bekannt gegeben. dpa/epd/red

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