Italienischer Senat schenkt Arbeitsmarktreform das Vertrauen

Rom · Um ein Uhr nachts kam es zur Vertrauensabstimmung. Zuvor war es im römischen Senat laut geworden, es wurde heftig geschimpft. Bücher und Münzen flogen durch den Plenarsaal. Auch von der einen oder anderen Ohrfeige wurde berichtet.

165 Senatoren stimmten schließlich für die Arbeitsmarktreform, 111 dagegen, zwei enthielten sich. Das Ergebnis gilt als Erfolg für Ministerpräsident Matteo Renzi.

Die Reform soll die hohe Arbeitslosenquote von zwölf Prozent bekämpfen. Dafür will die Regierung unter anderem den Kündigungsschutz lockern. Besonders daran entzünden sich die Gemüter. Außerdem sieht das Gesetz vor, die über 40 Varianten von Arbeitsverträgen deutlich zu reduzieren. Unternehmer bekommen steuerliche Vergünstigungen, wenn sie Arbeitnehmer unbefristet anstellen. Eine Kündigung in den ersten drei Jahren ist in diesen Fällen leichter möglich, erst ab dem dritten Vertragsjahr genießt der Arbeitnehmer größeren Schutz. Mittels einer Arbeitsagentur nach deutschem Vorbild sollen Jobs künftig aktiver vermittelt werden.