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Island verhandelt mit Russland über Kredite

Island verhandelt mit Russland über Kredite

Reykjavik. Islands Nationalbank in Reykjavik hat die Leitzinsen gestern von 15,5 auf zwölf Prozent gesenkt. Sie beugte sich damit zunehmendem öffentlichen Druck auf der von der internationalen Finanzkrise besonders hart getroffenen Atlantikinsel

Reykjavik. Islands Nationalbank in Reykjavik hat die Leitzinsen gestern von 15,5 auf zwölf Prozent gesenkt. Sie beugte sich damit zunehmendem öffentlichen Druck auf der von der internationalen Finanzkrise besonders hart getroffenen Atlantikinsel. Am Vorabend hatte die "Zettelbank" ("Sedlabanki") Kredite über jeweils 200 Millionen Euro von den Nationalbanken der nordeuropäischen Nachbarn Norwegen und Dänemark in Anspruch genommen. Gleichzeitig verhandelten Regierungsvertreter in Moskau über einen russischen Kredit in Höhe von vier Milliarden Euro. Nach der Zwangsverstaatlichung der vom Zusammenbruch bedrohten größten Banken im Land gilt Devisenmangel als zunehmendes Problem für Industrie und Handel auf Island. Spätestens Anfang nächster Woche wird auch ein isländisches Hilfsersuchen an den Internationalen Währungsfonds erwartet.In Deutschland forderten rund 30000 Kunden der deutschen Niederlassung der angeschlagenen isländischen Kaupthing Bank Hilfe von der Bundesregierung. Die Rechtsunsicherheit solle umgehend geklärt werden, sagte gestern der Sprecher der Vereinigung der deutschen Kaupthing Bank-Kunden, Jochen Heimberg. Die in Deutschland ansässige Kaupthing Edge hatte Sparer mit besonders hohen Tagesgeldzinsen von 5,65 Prozent gelockt. Im Zuge der Finanzkrise wurde die isländische Bank allerdings verstaatlicht. Seither haben die Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. dpa