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IS-Terror schürt Ängste auch in Europa

IS-Terror schürt Ängste auch in Europa

Neue Stufe des Grauens: Sympathisanten der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) wollten in Australien offenbar wahllos Passanten köpfen. Zugleich macht der Vormarsch der IS in Nahost Europa Sorgen.

Bestialische Terror-Pläne, Geländegewinne an der Grenze zum Nato-Land Türkei - die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) hält Militärs und Sicherheitsbehörden in Atem, schürt Ängste in Europa und ruft die Regierungen auf den Plan: Als erstes europäisches Land wird Frankreich Luftangriffe gegen die IS im Irak fliegen. Präsident François Hollande gab dafür gestern grünes Licht. Die US-Luftwaffe greift schon seit dem vergangenen Monat regelmäßig IS-Stellungen vor allem im Norden des Irak an. Die Bundesregierung will ab nächster Woche gebrauchte Waffen im Wert von 70 Millionen Euro an die kurdische Armee im Nordirak zum Kampf gegen die IS liefern. Bereits heute starten sechs Fallschirmjäger aus dem Saarland und ein Sanitäter vom Nato-Flugplatz im schleswig-holsteinischen Hohn in die Kurden-Hauptstadt Erbil. Dort sollen sie Kämpfern der kurdischen Peschmerga-Armee die Bedienung von Pistolen, Maschinengewehren oder Panzerfäusten beibringen.

Denn die IS-Miliz gewinnt weiter Gelände: Im Norden Syriens dehnte sie ihre Herrschaft mit der Eroberung von 21 vor allem von Kurden bewohnten Dörfern an der Grenze zur Türkei weiter aus. Die Orte gehören zu einer von kurdischen Milizen verteidigten Enklave. Sollte diese an die Extremisten fallen, würde der IS rund ein Drittel der über 800 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze kontrollieren.

Entsetzen lösten gestern Berichte aus Australien aus. Dort vereitelte die Polizei mit dem größten Einsatz ihrer Geschichte nach Regierungsangaben geplante Gräueltaten von Sympathisanten der IS. Die Opfer - wahllos ausgesuchte Passanten - sollten nach Erkenntnissen der Geheimdienste entführt, enthauptet und in die Flagge der Terrormiliz gehüllt vorgeführt werden. Gräuelvideos von den Bluttaten sollten im Internet gezeigt werden. 15 Terrorverdächtige wurden festgenommen.

Muslime gegen Extremisten

Mit einem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto "Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht" demonstrieren muslimische Verbände heute bundesweit gegen Gewalt und Extremismus. Die im Koordinationsrat der Muslime vertretenen Verbände laden in mehr als 2000 Moscheen ein, um für Toleranz zu werben.