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IS bekennt sich zu Anschlag in Türkei

IS bekennt sich zu Anschlag in Türkei

Das Ziel des Angriffs in der Silvesternacht in Istanbul war ein mondäner Tanzclub, die Bluttat trug die Handschrift islamistischer Extremisten. Nun übernimmt die Terrormiliz IS die Verantwortung – und rühmt sich, die „Feiern in Trauer umgewandelt“ zu haben.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf eine Silvesterfeier in dem Nachtclub "Reina" in Istanbul übernommen. Ein "Soldat des Kalifats" sei für die Tat in der türkischen Millionenmetropole verantwortlich, hieß es in einer gestern im Internet verbreiteten Erklärung des IS. Die Echtheit des IS-Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen.

Zwei der Getöteten kamen nach Angaben des Auswärtigen Amtes aus Bayern. Einer davon habe die deutsche und die türkische, der zweite nur die türkische Staatsangehörigkeit besessen, sagte ein Sprecher. Drei Deutsche seien bei dem Terrorangriff verletzt worden. Bei dem Terrorangriff waren insgesamt 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer . Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, auch unter den 69 Verletzten seien mehrere Ausländer .

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Die Zeitung "Hürriyet Daily News" berichtete unter Berufung auf die Ermittlungen, der Mann habe mehr als 180 Kugeln aus sechs Magazinen abgefeuert. Augenzeugen hätten angegeben, er habe auf dem Boden liegenden Menschen gezielt in den Kopf geschossen. Er habe sich dann umgezogen und seine Waffe gereinigt. Der Mann habe danach inmitten der Panik den Club verlassen und sei mit einem Taxi weggefahren.

In dem Bekennerschreiben hieß es: "In Fortsetzung der gesegneten Operationen des Islamischen Staates gegen die Beschützerin des Kreuzes, die Türkei, hat einer der heldenhaften Soldaten des Kalifats gegen den berühmten Nachtclub zugeschlagen, wo die Nazarener (Christen) ihr polytheistisches Fest feiern. Er hat sie mit Handgranaten und seiner automatischen Waffe angegriffen und ihre Feiern in Trauer umgewandelt."

Der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte gestern in Ankara, der Anschlag sei auch als Reaktion auf den Einsatz der türkischen Armee in Syrien zu verstehen. Dieser werde jedoch weitergehen. Man werde alle Terrororganisationen "in die Knie zwingen". Eine Verlängerung des nach dem Putschversuch vom 15. Juli verhängten Ausnahmezustands schloss er nicht aus.

Die Zeitung "Hürriyet " berichtete gestern unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, es gebe Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Club von derselben IS-Zelle ausgeführt worden sei wie der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen im Juni, bei dem mehrere Selbstmordattentäter 45 Menschen mit in den Tod gerissen hatten.