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Interkulturelles Frauenschwimmen schlug 2011 im Saarland hohe Wellen

Interkulturelles Frauenschwimmen schlug 2011 im Saarland hohe Wellen

Dass Schülerinnen mit muslimischem Glauben nicht am Schwimm- oder insgesamt am Sportunterricht teilnehmen wollen, kommt auch im Saarland vor. Allerdings musste sich das Bildungsministerium als Schulaufsicht in den vergangenen Jahren „nur in einer sehr begrenzten Anzahl von Fällen“ mit dem Thema befassen, wie das Ministerium auf SZ-Anfrage mitteilte.

In der Regel würden die Probleme, so sie entstehen, vor Ort gelöst. Bereits seit dem Jahr 2005 liegt den Schulen im Saarland dazu eine Handlungsempfehlung vor. Darin heißt es unter anderem, dass eine Befreiung vom Sportunterricht nur dann möglich ist, wenn der "Gewissenskonflikt", der durch die Teilnahme am Unterricht entstehen würde, "objektiv nachvollziehbar" vom jeweiligen Kind selbst dargelegt wird. Die Glaubensüberzeugung müsse "ernsthaft" vorgebracht werden.

Für einigen Wirbel hatte im Herbst 2011 die Ankündigung eines regelmäßigen "interkulturellen Frauenschwimmens" im Saarbrücker Stadtteil Altenkessel gesorgt. Dem anfänglich unter dem Motto "männerfrei und multikulti" angekündigten Badetag war eine in Teilen heftig geführte Toleranz-Debatte gefolgt. Bei der Premiere des Frauenschwimmens, das sich nicht speziell an Musliminnen richtet, protestierten NPD-Anhänger mit Deutschland-Fahnen. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. "Uns sind keine Beschwerden oder Proteste mehr bekannt geworden", erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Nächster Termin ist der 28. September.