Flüchtlinge: In der EU werden deutlich weniger Asylanträge gestellt

Flüchtlinge : In der EU werden deutlich weniger Asylanträge gestellt

In der Europäischen Union haben 2017 deutlich weniger Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt. In den ersten neun Monaten des Jahres registrierten die 28 Mitgliedsstaaten insgesamt etwa 480 000 Erstanträge, wie aus Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. 2016 und 2015 hatte die Zahl noch bei jeweils rund 1,2 Millionen für das jeweilige Gesamtjahr gelegen. Fast ein Drittel der Flüchtlinge beantragte in Deutschland Schutz: Von Januar bis September 2017 wurden dort 137 000 Erstanträge registriert.

Weniger als die Hälfte der Asylanträge würden mittlerweile in erster Instanz anerkannt, berichtete die Funke Mediengruppe. Die Quote der positiven Entscheidungen habe noch im zweiten Halbjahr 2016 in der EU bei 62 Prozent gelegen. Im ersten Halbjahr 2017 sei sie auf 48 Prozent gesunken. Im dritten Quartal habe sie nur noch 43 Prozent betragen. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn warf den osteuropäischen EU-Ländern und Österreich in der Flüchtlingsdebatte vor, sich von den Ländern am Rande der Europäischen Union zu entsolidarisieren.

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