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Bilanz nach einem Jahr : Im Saarland wird besonders oft Cannabis verordnet

Bilanz nach einem Jahr : Im Saarland wird besonders oft Cannabis verordnet

Nirgendwo in Deutschland ist das lange nur als illegale Droge bekannte Cannabis so stark als Medikament verbreitet wie im Saarland.

Damit nutzen mehr Ärzte als in anderen Bundesländern eine rechtliche Möglichkeit, die seit März vergangenen Jahres besteht. Das ist das Ergebnis eines Reports, den die Techniker Krankenkasse (TK) in Zusammenarbeit mit der Uni Bremen erarbeitet hat. Danach gab es im Saarland je 100 000 Versicherte bislang 209  Verordnungen. Bayern folgt mit 156 auf Rang zwei. Am seltensten (52) wurden Cannabis-Präparate in Mecklenburg-Vorpommern verordnet.

Bundesweit wurden bei den Kassen bislang rund 16 000 Anträge auf Kostenübernahme gestellt, über 60 Prozent bewilligt. Cannabis wird überwiegend als Schmerzmittel eingesetzt. Nach TK-Angaben zeigt die Studie, dass 92 Prozent der Menschen das „Cannabis-Gesetz“ befürworten. Allerdings sei die Wirksamkeit von Cannabis noch nicht genau erforscht, betonte Stefan Groh, Leiter der TK im Saarland.