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Im Saarland sollen mehr Ärzte aufs Land

Im Saarland sollen mehr Ärzte aufs Land

Saarbrücken/Berlin. Der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP, Foto: prm) möchte einem Ärztemangel auf dem Land vorbeugen

Saarbrücken/Berlin. Der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP, Foto: prm) möchte einem Ärztemangel auf dem Land vorbeugen. Anders als in vielen Regionen Deutschlands gebe es hierzulande zwar noch keine Engpässe, doch angesichts des demografischen Wandels wolle man heute schon einer Unterversorgung entgegenwirken, sagte Weisweiler gestern nach einem Sondertreffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Berlin. Dort hatten sich die Ressortchefs zusammen mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nach monatelangen Verhandlungen auf Kernpunkte eines Ärztegesetzes geeinigt. Mit "großem Einvernehmen" habe man die Weichen für eine Versorgung der ländlichen Gebiete mit Hausärzten gestellt, erklärte Weisweiler gegenüber der SZ. So sollten bei der Vergabe von Studienplätzen künftig diejenigen bevorzugt werden, die sich verpflichten, später für einen bestimmten Zeitraum als Landarzt zu arbeiten. Ferner solle an der Saar-Uni ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin eingerichtet werden.Den Berliner Vereinbarungen zufolge werden die Länder, die bisher nur die Bedarfsplanung der Kliniken steuern, künftig auch bei der Bedarfsplanung für die niedergelassenen Haus- und Fachärzte mitbestimmen können. Medizinstudenten und Ärzte sollen mit finanziellen Anreizen aufs Land gelockt werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) wehren sich indes gegen Zuschläge für Ärzte in ländlichen Regionen. "Große Studien haben gezeigt, dass man mit Geld allein die jungen Ärzte nicht aufs Land bekommt", sagte Saar-KV-Chef Gunter Hauptmann der SZ. Die KV befürchtet zudem, dass den Ärzten in den Städten am Ende das Geld für die Landarzt-Zuschläge abgezogen würde.

In den parallelen Verhandlungen der Koalitionsfraktionen mit Rösler zu dem Gesetz ist dem Vernehmen nach noch strittig, ob Geld an Ärzte fließen soll, die in überversorgten Gebieten ihre Praxen aufgeben. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen forderte derweil, dass im Zuge des Gesetzesvorhabens keine neuen Kosten für die Versicherten entstehen dürften. und Interview ine/epd/dpa