Im Saarland so wenig Geburten wie nie zuvor

Im Saarland so wenig Geburten wie nie zuvor

Saarbrücken. Die Zahl der Geburten im Saarland ist im vorigen Jahr auf den niedrigsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen. Wie das Statistische Amt Saarland auf SZ-Anfrage mitteilte, erblickten im Jahr 2008 nur 7158 Babys im Land das Licht der Welt. Im Jahr 2007 hatten die Statistiker 7274 Geburten registriert

Saarbrücken. Die Zahl der Geburten im Saarland ist im vorigen Jahr auf den niedrigsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen. Wie das Statistische Amt Saarland auf SZ-Anfrage mitteilte, erblickten im Jahr 2008 nur 7158 Babys im Land das Licht der Welt. Im Jahr 2007 hatten die Statistiker 7274 Geburten registriert. Das bisherige Rekordtief datiert aus dem Jahr 2006, als 7222 Babys geboren worden waren.

Wie das Statistische Amt weiter ausführte, starben im Jahr 2008 genau 12 547 Menschen im Saarland - eine deutliche Zunahme gegenüber 2007, als 12 327 Sterbefälle verzeichnet wurden. Dadurch erreichte das Geburtendefizit - der Betrag, um den die Zahl der Sterbefälle die der Geburten übersteigt - mit 5389 den höchsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Der alte Negativrekord mit einem Defizit von 5254 datiert aus dem Jahr 2003.

Das Familienministerium erklärte, die Geburtszahlen seien "kurzfristig nur schwer beeinflussbar", da die Zahl der Frauen, die Kinder bekommen können, "nicht veränderbar" sei. Zudem seien Entscheidungen für oder gegen ein Kind "staatlich nicht steuerbar". Die Saar-Regierung tue mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulangeboten bereits "alles, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern".

Dem widersprachen SPD, FDP und Grüne. Die SPD sieht im Geburtenschwund zudem einen Beleg dafür, dass die Menschen "kein Vertrauen mehr haben, dass es mit diesem Land aufwärts geht". Die Grünen beklagten, dass junge Leute wegen der Studiengebühren das Land verließen. Die Linke führt den Geburtenrückgang auch darauf zurück, dass immer mehr junge Saarländer "schlecht bezahlte und ungesicherte" Jobs hätten.