Holocaust-Leugner will vorläufig nicht widerrufen

Frankfurt. In der Affäre um den Holocaust-Leugner Richard Williamson steht der Vatikan weiter unter Druck. Der Bischof der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft sagte dem "Spiegel", er wolle seine Thesen zum Mord an den Juden vorerst nicht zurücknehmen. Er wolle zunächst historische Beweise prüfen. "Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren

Frankfurt. In der Affäre um den Holocaust-Leugner Richard Williamson steht der Vatikan weiter unter Druck. Der Bischof der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft sagte dem "Spiegel", er wolle seine Thesen zum Mord an den Juden vorerst nicht zurücknehmen. Er wolle zunächst historische Beweise prüfen. "Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren." Der Brite erklärte zugleich, er wolle "unter keinen Umständen die Kirche und die Bruderschaft" weiter beschädigen.Daraufhin sprach sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, für einen erneuten Ausschluss Williamsons aus der katholischen Kirche aus. "Herr Williamson ist unmöglich und unverantwortlich. Ich sehe jetzt keinen Platz für ihn in der katholischen Kirche", sagte Zollitsch der "Bild am Sonntag". Papst Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation Williamsons im Januar aufgehoben, obwohl dieser kurz zuvor in einem Fernseh-Interview den Holocaust geleugnet hatte. Nach internationaler Kritik, unter anderem von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), forderte der Vatikan den Traditionalistenbischof zum öffentlichen Widerruf auf. Die Pius-Bruderschaft schloss inzwischen ihren für den italienischen Nordosten zuständigen Priester Florian Abrahamowicz aus der Gemeinschaft aus. Der Priester hatte erklärt, die Gaskammern in Konzentrationslagern hätten "zur Desinfektion" gedient. epd

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