Hochspannung in Rom: Neuer Papst noch diese Woche?

Hochspannung in Rom: Neuer Papst noch diese Woche?

Rom. Knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. wählen 115 Kardinäle von heute an in Rom einen neuen Papst. Das voraussichtlich mehrtägige Konklave beginnt am Nachmittag mit dem feierlichen Einzug der Purpurträger in die Sixtinische Kapelle. Wie lange es dauert, hängt von der Anzahl der erforderlichen Wahlgänge ab

Rom. Knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. wählen 115 Kardinäle von heute an in Rom einen neuen Papst. Das voraussichtlich mehrtägige Konklave beginnt am Nachmittag mit dem feierlichen Einzug der Purpurträger in die Sixtinische Kapelle. Wie lange es dauert, hängt von der Anzahl der erforderlichen Wahlgänge ab.

Gewählt wird solange, bis eine Zweidrittel-Mehrheit auf einen Kandidaten entfällt. Beobachter rechnen damit, das Konklave könnte schnell abgeschlossen sein, auch wenn es keinen klaren Favoriten für den Stuhl Petri gibt. Seit Tagen fallen in italienischen Medien die Namen des brasilianischen Kardinals Odilo Pedro Scherer, dessen Vorfahren aus dem saarländischen Theley stammen, und des Mailänder Erzbischofs Angelo Scola. Auch der New Yorker Erzbischof Timothy Dolan wird genannt.

Heute ist aber noch nicht mit einer erfolgreichen Wahl zu rechnen. Das machte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi gestern deutlich. Sollten die Kardinäle bereits heute einen ersten Wahlgang ansetzen, "muss man schwarzen Rauch erwarten", sagte er. Nur weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle signalisiert aber, dass ein neuer Papst gewählt worden ist.

Das neue Oberhaupt von rund 1,2 Milliarden Katholiken muss mit Zweidrittel-Mehrheit gewählt werden, das Quorum liegt bei 77 Stimmen. Nach dem möglichen ersten Wahlgang heute folgen ab morgen täglich bis zu vier weitere Wahlgänge - bis es heißt "Habemus papam", "wir haben einen Papst". Beim Konklave sind die Kardinäle völlig von der Außenwelt isoliert. Die Teilnehmer schwören zu Beginn einen Eid, über den Inhalt des Konklaves Stillschweigen zu wahren.

Gestern schlossen die Purpurträger ihre etwa einwöchigen Vorbereitungen für das Konklave mit einer letzten Versammlung im Vatikan ab. Das Kollegium der insgesamt über 200 Kardinäle (einschließlich der nicht wahlberechtigten über 80-Jährigen) befasste sich auch mit der Frage, welche Anforderungen der Papst erfüllen soll, auch um die jüngsten Krisen der Kirche zu meistern.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, rief gestern "alle Gläubigen unseres Landes auf, für die in Rom versammelten Kardinäle zu beten und für sie den Beistand des Heiligen Geistes zu erbitten". In dieser "wichtigen und historischen Stunde der katholischen Kirche" denke er besonders an die deutschen wahlberechtigten Kardinäle Joachim Meisner, Karl Lehmann, Reinhard Marx und Rainer Maria Woelki sowie an die emeritierten deutschen Kurienkardinäle Walter Kasper und Paul Josef Cordes.

Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.
Vom Balkon des Petersdoms wird sich der neue Papst nach seiner Wahl dem Volk zeigen. Gestern bereiteten Arbeiter alles für diesen historischen Moment vor. Foto: dpa.

Benedikt XVI. hatte am 11. Februar als erster Papst der Neuzeit aus Altersgründen seinen Rücktritt angekündigt. Am 28. Februar legte der 85-jährige Joseph Ratzinger dann sein Amt nieder und zog sich auf den päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo zurück. Der aus Deutschland stammende Benedikt war im April 2005 zum 265. Papst der Kirchengeschichte gewählt worden. dpa/epd/kna