Heute endet die Geschichte des Bergbaus an der Saar

Saarbrücken. Das Saarland erlebt heute eine Zäsur von historischem Ausmaß: Nach 250 Jahren wird an diesem Samstag das Ende des Steinkohle-Bergbaus an der Saar begangen. Zum offiziellen Festakt werden um 14.30 Uhr geladene Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaft, Politik und Gesellschaft im Bergwerk Saar in Ensdorf erwartet

Saarbrücken. Das Saarland erlebt heute eine Zäsur von historischem Ausmaß: Nach 250 Jahren wird an diesem Samstag das Ende des Steinkohle-Bergbaus an der Saar begangen. Zum offiziellen Festakt werden um 14.30 Uhr geladene Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaft, Politik und Gesellschaft im Bergwerk Saar in Ensdorf erwartet. Mit einer öffentlichen "Mettenschicht" wollen dann ab 19 Uhr Bergleute und ihre Familien sowie Freunde des Bergbaus Abschied von der Kohleförderung nehmen.Bereits am Freitag um 11.30 Uhr verließ der letzte Zug mit 1000 Tonnen Kohle das Bergwerk Saar. Sie waren bestimmt für das Kraftwerk in Völklingen-Fenne. Friedrich Breinig, Chef des Bergwerks, erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Aufbauleistungen des Bergbaus für das Saarland. Ohne den Bergbau hätte es auch die Stahlindustrie nicht gegeben, die heute weltweit agiere. Hans-Jürgen Becker, Betriebsratschef im Bergwerk Saar, appellierte dabei an die Saarländer, sich vor allem an diejenigen zu erinnern, die ihr Leben im Bergbau verloren haben. Das Ende der Kohleförderung müsse man akzeptieren. Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer will nach Angaben der Staatskanzlei beim heutigen Festakt dafür werben, dass die Saarländer das bewahren, was auch den Bergbau ausgemacht habe: Zusammenhalt, Entschlossenheit und dass wir niemals aufgeben. Dies sei nicht nur ein Tag des Abschieds, sondern auch ein Aufbruch in eine gute Zukunft. Saar-Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) erinnerte in einer Erklärung an die lange Bergbau-Geschichte, die das Land tief geprägt habe. "Der Bergbau ist unbestreitbar das, was sich als die Wurzel der saarländischen Gesamtkultur bezeichnen lässt."

Der frühere Ministerpräsident und heutige Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine, kritisierte, im Saarland gehe die Bergbau-Tradition ohne ein schlüssiges Konzept zu Ende, wie heimische Kohle durch andere Energieträger ersetzt werden könne. Dadurch gerate das Industrie- und Energieland Saarland "ernstlich in Gefahr".

Der Bergbau war lange Zeit der größte Arbeitgeber an der Saar - mit bis zu 75 000 Beschäftigten zu seiner Hochzeit. In den rund 250 Jahren wurden nach RAG-Angaben insgesamt 1,5 Milliarden Tonnen Steinkohle zu Tage gefördert. Das Ende des Bergbaus an der Saar für Mitte 2012 war im Jahr 2008 nach schweren Erd-Erschütterungen beschlossen worden. , Seite A 4: Meinung red