Hartmann in Saar-FDP zunehmend unter Druck

Saarbrücken. Die Führungskrise der FDP Saar spitzt sich zu. Nach SZ-Informationen zweifeln einflussreiche Liberale, ob Parteichef Christoph Hartmann (Foto: dpa) bei einer Neuwahl eine Mehrheit erreichen würde. Schon vor zwei Jahren hatte er nur 58 Prozent der Stimmen erhalten. Hartmann steht seit 2002 an der Parteispitze

Saarbrücken. Die Führungskrise der FDP Saar spitzt sich zu. Nach SZ-Informationen zweifeln einflussreiche Liberale, ob Parteichef Christoph Hartmann (Foto: dpa) bei einer Neuwahl eine Mehrheit erreichen würde. Schon vor zwei Jahren hatte er nur 58 Prozent der Stimmen erhalten. Hartmann steht seit 2002 an der Parteispitze. Er führte die FDP 2004 wieder in den Landtag und 2009 in die Regierung, wo er das Wirtschaftsressort leitet. Wegen seines Führungsstils steht er massiv in der Kritik. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, er habe versucht, Mandatsträger gegeneinander auszuspielen. Erst am Wochenende war Hartmann gescheitert, als er Nathalie Zimmer als neue Generalsekretärin und Nachfolgerin von Jorgo Chatzimarkakis durchsetzen wollte.

Nach mehreren Krisensitzungen vereinbarte die Parteispitze am Montagabend, den Landesvorstand Mitte Juni neu zu wählen. Ursprünglich war ein Termin nach der Sommerpause im Gespräch. Hartmann selbst kündigte gestern vor der Landespressekonferenz an, er werde erneut als Parteichef kandidieren. Vize-Fraktionschef Christian Schmitt sagte der SZ: "Wir wollen das Macht-Vakuum schließen und werden selbstbewusst aus der Führungskrise herauskommen." Während die SPD Saar den Minister als "Totalausfall" bezeichnete, betonte der FDP-Fraktionsvorsitzende Horst Hinschberger, es gebe "keine Alternative" zu Hartmann. Dieser müsse aber seine "Kommunikation und Sozialkompetenz verbessern". Es werde Veränderungen in "Kultur und Struktur" der Partei geben, sagte Hinschberger. mju

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