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Hacker greifen deutsche Politiker an: Auch Saar-CDU Opfer

Russische-Attacke auf Saar-CDU? : Massive Hacker-Angriffe auf deutsche Politiker

Attacken wie in den USA und Frankreich treffen jetzt auch Deutschland. 2016 war bereits die Saar-CDU ein Angriffsziel.

(afp/SZ) Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft sind drei Monate vor der Bundestagswahl einer Welle von „professionellen Cyber-Angriffen“ ausgesetzt. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) richtet sich die Spionage-Kampagne gegen private Mail-Postfächer von Yahoo und Gmail. Auch in den Netzen der Bundesregierung wurde eine Attacke abgewehrt, hieß es.

Die Angriffs-Infrastruktur hat demnach Ähnlichkeiten mit den Attacken auf die US-Demokraten sowie im französischen Wahlkampf auf die Bewegung „En Marche!“ des heutigen Präsidenten Emmanuel Macron. In beiden Fällen stehen russische Hacker im Verdacht. Geheimdienste gehen davon aus, dass Moskau mit Informationen aus geknackten Mail-Konten Einfluss auf den Wahlausgang nehmen wollte.

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September warnte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, bereits mehrfach vor Hackern aus dem Ausland. Erbeutete Informationen könnten im Internet gestreut werden, um bestimmte Politiker zu diskreditieren. Auch der Saarbrücker IT-Sicherheitsforscher Michael Backes hatte schon vor Monaten auf solche Manipulationsversuche hingewiesen.

Laut BSI verschickten Hacker zuletzt sogenannte Phishing-Mails an „ausgewähltes Spitzenpersonal“ in Deutschland. Die Angreifer würden beispielsweise vorgeben, Auffälligkeiten bei der Nutzung des Postfachs beobachtet zu haben oder neue Sicherheitsfunktionalitäten anbieten zu wollen. Der Nutzer werde aufgefordert, einen Link anzuklicken und auf der sich öffnenden Webseite sein Passwort anzugeben.

Das Vorgehen erinnert an Hacker-Angriffe auf die Saar-CDU. Im Spätsommer 2016 hatten Spitzenpolitiker der Partei Post von einem vermeintlichen Nato-Mitarbeiter erhalten. In der Mail war ein Link zu finden, der auf eine mit Schadsoftware infizierte Internetseite führte. Auch damals wurde über eine Verbindung nach Russland spekuliert.