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Gysi will Führungsrolle für Lafontaine

Gysi will Führungsrolle für Lafontaine

Berlin/Saarbrücken. Die Spekulationen über eine Rückkehr von Oskar Lafontaine auf die bundespolitische Bühne haben über Weihnachten neue Nahrung erhalten. Linksfraktions-Chef Gregor Gysi sprach sich ungewöhnlich deutlich für eine Führungsrolle des Saarländers im Bundestag aus

Berlin/Saarbrücken. Die Spekulationen über eine Rückkehr von Oskar Lafontaine auf die bundespolitische Bühne haben über Weihnachten neue Nahrung erhalten. Linksfraktions-Chef Gregor Gysi sprach sich ungewöhnlich deutlich für eine Führungsrolle des Saarländers im Bundestag aus. Er könne "selbstverständlich" wieder eine hohe Position unter den Linke-Abgeordneten übernehmen, erklärte Gysi. Lafontaine sei "wieder gesund und fit" - und in seiner derzeitigen Position als Fraktionschef im Saarland "ein bisschen unterfordert".Aufgrund von Führungsquerelen und mehreren Wahlpleiten war in den vergangenen Monaten immer wieder hartnäckig über eine Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik spekuliert worden, aus der er sich wegen einer Krebserkrankung 2010 vollständig zurückgezogen hatte. Gysi würde offenkundig lieber heute als morgen wieder mit Lafontaine zusammenarbeiten, so wie von 2005 bis 2009: "Wir haben damals als Fraktionsvorsitzende eine gute Arbeitsteilung gefunden und wir kommen gut miteinander aus." Eine Rückkehr des 68-Jährigen an die Parteispitze hält Gysi jedoch für unwahrscheinlich.

Neben Gysi machten sich weitere führende Linke-Genossen für ein Comeback des Saarländers in Berlin stark. "Natürlich wünsche ich mir, dass Lafontaine wieder eine größere Rolle spielt", sagte die Fraktionschefin der hessischen Linken, Janine Wissler. Lafontaine und seine Partnerin Sahra Wagenknecht seien "wichtige Personen" in der Linkspartei. Ohne Lafontaine "wäre das Projekt Linke nicht möglich gewesen", fügte Wissler hinzu. Der Landesvorsitzende der Berliner Linken, Klaus Lederer, forderte, dass Lafontaine und Gysi Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 werden. "Lafontaine wird gebraucht, er ist ein politisches Schwergewicht", sagte Lederer. Ähnlich hatte sich zuvor bereits der thüringische Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow geäußert. > Siehe auch Seite B 2 dapd/dpa

Foto: dpa

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