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Griechenland-Krise kostet mindestens 135 Milliarden Euro

Griechenland-Krise kostet mindestens 135 Milliarden Euro

Berlin. Die Krise der Euro-Zone hat sich gestern massiv verschärft. Nach Griechenland und Portugal stufte die Ratingagentur Standard & Poor's auch Spanien herab. Damit wächst die Angst vor einem Domino-Effekt, der auch noch andere schwächelnde Mitglieder der Euro-Zone in Schwierigkeiten bringen könnte

Berlin. Die Krise der Euro-Zone hat sich gestern massiv verschärft. Nach Griechenland und Portugal stufte die Ratingagentur Standard & Poor's auch Spanien herab. Damit wächst die Angst vor einem Domino-Effekt, der auch noch andere schwächelnde Mitglieder der Euro-Zone in Schwierigkeiten bringen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versicherte, dass Deutschland seinen Verpflichtungen für die Stabilität des Euro-Raumes nachkomme. Zudem wurde bekannt, dass Griechenland zur Abwehr einer Staatspleite in den nächsten Jahren deutlich mehr Geld braucht als bisher angenommen.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von 135 Milliarden Euro Finanzierungsbedarf bis 2012. Die Opposition ging nach Treffen mit dem Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, von bis zu 120 Milliarden Euro Konsolidierungsbedarf aus. Auf Deutschland kommen nach Angaben Brüderles 25 bis 30 Milliarden in diesem Zeitraum zu. EU und IWF teilen sich die Summe nach bisheriger Verabredung im Verhältnis 2:1. Die EU sollte bisher 30 Milliarden in diesem Jahr tragen, der IWF bis zu 15 Milliarden Euro. Die jährliche Belastung für Deutschland liege aktuell bei 8,4 Milliarden Euro. Die Risiken könnten aber weit größer sein. "Ich kann nicht ausschließen, dass es ein höherer Betrag wird", sagte Brüderle. Aus Regierungskreisen war zu erfahren, dass EU und IWF ihre Hilfe deutlich aufstocken müssten. Schon in diesem Jahr sei ein zusätzlicher zweistelliger Milliarden-Betrag nötig. In der FDP hieß es, die von der Opposition verbreiteten Zahlen seien so in den Gesprächen weder von Strauss-Kahn noch von Trichet genannt worden. International erlitten die Aktienmärkte Verluste. Der Euro fiel auf einen der niedrigsten Stände seit einem Jahr. und Interview, Seite A 4: Meinung dpa