Gewerkschafts-Chef Wendt immer stärker unter Druck

Gewerkschafts-Chef Wendt immer stärker unter Druck

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, gerät immer stärker unter Druck. Gegen den 60-Jährigen wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Das NRW-Innenministerium habe das Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei (LAFP) dazu aufgefordert, teilte ein Ministeriumssprecher gestern in Düsseldorf mit. Hintergrund sei eine Aufwandsentschädigung von 50 000 Euro im Jahr, die Wendt für seinen Posten im Aufsichtsrat des Axa-Versicherungskonzerns erhalte, berichtete "Spiegel online" gestern. Demzufolge hatte Wendt diese Bezüge weder angegeben noch die Nebentätigkeit angezeigt.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft im Beamtenbund hatte Ende vergangener Woche eingeräumt, dass er zwar jahrelang vom Land Nordrhein-Westfalen Beamtensold bekam, aber nicht als Polizist arbeitete.

Die Affäre um Wendt hat erste personelle Konsequenzen. Der NRW-Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, trat aus dem Bundesvorstand der Gewerkschaft zurück. Er habe "die Entscheidungen der Bundesleitung zu den jüngsten belastenden Ereignissen" nicht mittragen können. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte Wendt verteidigt. Dieser habe als Bundesvorsitzender lediglich eine Aufwandsentschädigung erhalten, die in der Summe mit seinen Bezügen als Landesbeamter das Gehalt eines vollzeitbeschäftigten Hauptkommissars nicht übersteige.