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Gewerkschaften fordern "Nachschlag" beim Lohn

Gewerkschaften fordern "Nachschlag" beim Lohn

Berlin/Saarbrücken. Die Gewerkschaften wollen in den kommenden Monaten deutlich höhere Löhne durchsetzen. Angesichts der anziehenden Konjunktur müssten in der nächsten Tarifrunde "Abschlüsse in Richtung drei Prozent" gelingen, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg (Foto: dpa)

Berlin/Saarbrücken. Die Gewerkschaften wollen in den kommenden Monaten deutlich höhere Löhne durchsetzen. Angesichts der anziehenden Konjunktur müssten in der nächsten Tarifrunde "Abschlüsse in Richtung drei Prozent" gelingen, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg (Foto: dpa). In seiner Branche stehen in rund sechs Monaten größere Entgeltverhandlungen an.

Auch der Vizechef der IG Bau, Dietmar Schäfers, verlangte einen "Nachschlag". Die Arbeitgeber müssten sich in besseren Zeiten daran erinnern, "dass wir uns in den schlechten verantwortungsvoll gezeigt haben", sagte Schäfers der "Süddeutschen Zeitung". Margret Mönig-Raane, Vize-Chefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sagte der Saarbrücker Zeitung, die Beschäftigten hätten "mit teils großen persönlichen Opfern dazu beigetragen, die Folgen der Krise abzumildern. Also haben sie auch einen Anspruch darauf, am Aufschwung angemessen beteiligt zu werden." Die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) will den vorzeitigen Ausstieg aus Verträgen zur Jobsicherung prüfen, die starke Lohneinbußen beinhalten. Flexibilität sei "schließlich keine Einbahnstraße", sagte IG-BCE-Vorstand Peter Hausmann.

Zurückhaltender gibt sich die Bergbau-Gewerkschaft im Saarland. Landesbezirksleiter Ralf Sikorski sagte zur SZ, man werde jetzt keinen Nachschlag wegen der anziehenden Konjunktur fordern. Die nächste Tarifrunde stehe erst Anfang 2011 an, für die Festlegung auf eine Lohnforderung sei es noch zu früh. Hans Peter Kurtz, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Saarbrücken, warnte davor, die Wirtschaftskrise bereits als beendet anzusehen. Auch wenn sich in der Auto- und in der Stahl-Branche wieder eine gute Auftragslage abzeichne, sei die Lage landesweit noch sehr unterschiedlich. Kurtz ergänzte, im Tarifvertrag sei für 2011 bereits ein Lohnplus von 2,7 Prozent für die Metall- und Elektroindustrie vereinbart. afp/red