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Gewerkschaften fordern Hilfe für Firmen in Not

Gewerkschaften fordern Hilfe für Firmen in Not

Berlin. Gewerkschaften, Handwerk und Arbeitgeber fordern von der Regierung weitere Schritte gegen die Wirtschaftskrise. DGB-Chef Michael Sommer (Foto: dpa) kritisierte gestern, der Umfang der Konjunkturprogramme sei "zu gering ausgefallen". Er forderte "gezielte Hilfen für Firmen in Not, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern"

Berlin. Gewerkschaften, Handwerk und Arbeitgeber fordern von der Regierung weitere Schritte gegen die Wirtschaftskrise. DGB-Chef Michael Sommer (Foto: dpa) kritisierte gestern, der Umfang der Konjunkturprogramme sei "zu gering ausgefallen". Er forderte "gezielte Hilfen für Firmen in Not, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern". Dabei dürfe die Regierung auf keine Option verzichten. So müsse der Bund im Fall Opel "notfalls" neben Bürgschaften auch selbst Anteile übernehmen.

Handwerkspräsident Otto Kentzler (Foto: ddp) mahnte, es müsse noch in den nächsten Wochen "einige Gesetzeskorrekturen" geben, um die Liquidität der Betriebe zu sichern. Er forderte unter anderem steuerliche Nachbesserungen. Vor Staatsbeteiligungen an Firmen warnte Kentzler dagegen. Dies führe "in die Sackgasse". Aus Sicht des Mittelstands sei nicht nachzuvollziehen, dass ein Großbetrieb "alimentiert wird, während wir in einer vergleichbaren Situation vom Markt verschwinden".

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt machte sich für neue Entlastungen stark. Unternehmen sollten bei Kurzarbeit wenigstens vorübergehend von den Sozialabgaben für die Beschäftigten komplett befreit werden, regte er an. Derzeit ist das nur der Fall, wenn sich Kurzarbeiter weiterqualifizieren können. Zugleich warnte Hundt davor, die "schwierige Situation durch Schwarzmalerei weiter zu belasten". Er hoffe, dass die Talsohle im Lauf des Jahres durchschritten werde.

Erholung Ende 2009

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank erklärt, in diesem Jahr werde die Wirtschaft der Eurozone um 2,7 Prozent schrumpfen. Mit einer allmählichen Erholung der Nachfrage rechnen die Experten erst wieder 2010. Allerdings erwarten sie beim Wachstum für das nächste Jahr lediglich eine Stagnation. Auch der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, geht zum Jahresende von einer beginnenden Erholung der Weltwirtschaft aus. ddp/dpa