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Gewerkschaft macht ernst: Chaos im Flugverkehr

Gewerkschaft macht ernst: Chaos im Flugverkehr

Die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst erreicht die großen Flughäfen. Die Lufthansa muss heute fast jede dritte Verbindung streichen. Die Gewerkschaft Verdi gerät wegen ihrer Streik-Taktik in die Kritik.

Den Tarifkonflikt für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen bekommen heute vor allem Reisende zu spüren. Wegen des Verdi-Warnstreiks an sieben deutschen Flughäfen müssen sie mit massiven Behinderungen rechnen. Allein die Lufthansa streicht fast 600 Flüge und damit nahezu jede dritte geplante Verbindung. Betroffen sind von morgens bis 14.30 Uhr die Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Hannover, wo Mitarbeiter nach den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes arbeiten. Die Airlines forderten ihre Fluggäste auf, sich auf der jeweiligen Internetseite über den Status ihrer Flüge zu informieren. Für innerdeutsche Lufthansa-Tickets ist ein Umtausch in Bahntickets möglich. Die Interkontinentalflüge der Lufthansa von München sollen alle stattfinden, während in Frankfurt einige abgesagt sind. Germanwings plant den vollen Betrieb. Die Condor verlagert vier Fernflüge von Frankfurt nach Düsseldorf. Air Berlin strich sechs Flüge.

Die Warnstreiks sorgten für heftige Kritik der Luftverkehrsbranche. "Wie schon bei dem Warnstreik des Sicherheitspersonals in Frankfurt vor gut einem Monat nimmt Verdi bewusst in Kauf, dass unbeteiligte Menschen und Unternehmen zur Durchsetzung von Gewerkschaftsforderungen instrumentalisiert werden", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Bettina Volkens.

Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde ab Montag in Potsdam machen. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte bei einer Kundgebung in Kassel, sollte es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, drohe ein Arbeitskampf mit hoher Beteiligung. Heute sind weitere Verdi-Aktionen in zehn Bundesländern geplant, aber nicht im Saarland. Es hatte bereits am Dienstag seinen Warnstreiktag mit geschlossenen Kitas und Notversorgung in Kliniken erlebt.