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Gerichtsshows im Fernsehen färben auf reale Prozesse ab

Gerichtsshows im Fernsehen färben auf reale Prozesse ab

Hamburg. Gerichtsshows im Fernsehen färben nach Angaben des Deutschen Richterbundes auf das Verhalten von Menschen in realen Prozessen ab

Hamburg. Gerichtsshows im Fernsehen färben nach Angaben des Deutschen Richterbundes auf das Verhalten von Menschen in realen Prozessen ab. "Seitdem es die Shows gibt, kommt es immer wieder vor, dass Zuschauer im Verhandlungsraum Kommentare abgeben, weil sie das vom Fernsehen her so kennen", sagte der Vorsitzende des Richterbundes, Christoph Frank, dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Die Verhandlungen auf der Mattscheibe à la "Barbara Salesch" oder "Alexander Hold" hätten zudem mit der Strafprozessordnung in der Regel nicht viel bis überhaupt nichts zu tun. "Der schreiende Zeuge, der dem Fall eine unerwartete Wendung gibt, kommt in der Realität nicht vor", erklärte Frank. Auch dass fast alle Fälle mit Sexualität zu tun haben sollen, sei "absurd". In den Gerichtsshows, die in Deutschland zur Jahrtausendwende extrem populär wurden und bisweilen noch immer mehr als zwei Millionen Zuschauer vor den Bildschirm locken, gingen die Probleme eines Falles regelmäßig "im Klamauk der Darstellung einfach unter".afp