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Gericht stoppt Flughafen-Streik in Frankfurt

Gericht stoppt Flughafen-Streik in Frankfurt

Frankfurt/Saarbrücken. Abruptes Streik-Ende statt Chaos: Das Arbeitsgericht Frankfurt hat den Arbeitskampf auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens gestoppt. Zwei Wochen nach Beginn musste die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gestern hinnehmen, dass rund 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsplaner zur nächsten Frühschicht die Arbeit wieder aufnehmen

Frankfurt/Saarbrücken. Abruptes Streik-Ende statt Chaos: Das Arbeitsgericht Frankfurt hat den Arbeitskampf auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens gestoppt. Zwei Wochen nach Beginn musste die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gestern hinnehmen, dass rund 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsplaner zur nächsten Frühschicht die Arbeit wieder aufnehmen. Offiziell wurde der Streik gestern um 15 Uhr beendet, wie Arbeitsdirektor Herbert Mai vom Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Gestern fielen erneut rund 240 Starts und Landungen auf Deutschlands größtem Flughafen aus, berichtete Fraport. Im gesamten bisherigen Streikverlauf seien es rund 1500 gewesen. Von heute Morgen an soll der Flugbetrieb in Frankfurt wieder normal laufen.Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte zunächst den zur Unterstützung geplanten Lotsenstreik bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) als unverhältnismäßig untersagt und gestern auch den ursprünglichen Streik der Vorfeldmitarbeiter gestoppt. Arbeitsrichter Matthias Kreutzberg-Kowalczyk nannte dafür formale Gründe. Die GdF hatte seiner Einschätzung nach mit zwei Detailforderungen gegen die Friedenspflicht aus dem alten Fraport-Tarifvertrag verstoßen.

Politisch wächst der Druck auf die kleinen Spartengewerkschaften. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verlangte neue Regeln für kleine Gewerkschaften. Damit das Prinzip "ein Betrieb, ein Tarifvertrag" wieder funktioniere, müsse ein neuer Rahmen her, sagte sie in Berlin. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände, Joachim Malter, begrüßte diesen Vorstoß ausdrücklich. "Wir bräuchten eine Konzeption, die es verhindert, dass eine Gewerkschaft die Machtstellung besonders kleiner Mitgliedergruppen in den Betrieben überreizt", sagte er der SZ. Die SPD erklärte ihre Bereitschaft zu Gesprächen über eine Neuregelung. Unterdessen bereiteten sich die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld auf einen Warnstreik des Bodenpersonals vor. Der Termin ist noch offen. , Interview dpa/red

Foto: dapd