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Gemeinsam für ein Kinderlächeln

Gemeinsam für ein Kinderlächeln

Am zweiten Weihnachtstag ist es zehn Jahre her, dass eine Flutwelle große Teile Asiens überschwemmte. Die SZ startete eine Hilfsaktion, deren Erlöse an die Organisation gehen, die der Deutsche Michael Kreitmeir 1999 gründete.

Nur wenige Tage nach dem verheerenden Tsunami in Süd-Asien ruft die "Saarbrücker Zeitung" ihre Leserinnen und Leser zur Hilfe auf. Auch auf Anregung aus der Leserschaft wird entschieden: Unterstützt wird das Hilfsprojekt "Little Smile" (Kleines Lächeln) auf Sri Lanka . 1999 hat der deutsche Journalist und Filmemacher Michael Kreitmeir (58) die Kinderhilfs-Organisation gegründet. Über die Verwendung der Spendengelder - knapp 110 000 Euro - haben wir regelmäßig berichtet.

Die Verwüstungen an der Ost- und Südküste der Tropen-Insel sind unvorstellbar. "Auf einem Streifen von 250 bis 3000 Metern wurde alles zerstört", erinnert sich der gebürtige Bayer Kreitmeir. Er und sein Team helfen zunächst in Kalmunai, im Osten der Insel, schaffen dringend benötigte Medikamente in die Region. Damit nicht genug: In den folgenden Monaten wird ein dreistöckiges Medizinlager aus dem Boden gestampft. Fischer bekommen schnell zinslose Kredite, um damit neue Boote und Netze zu kaufen und so wieder für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die Fischer zahlen die Kreditraten fünf Jahre in einen Fonds ein, der wiederum Witwen in den Dörfern zugute kommt, in denen die unterstützten Fischer leben.

Die Liste der Projekte, die "Little Smile" realisiert, ist lang. Neben dem Bau der Boote werden an der Ostküste zwei Kinderhäuser in Batticaloa wieder instandgesetzt, zehn neue Wohnhäuser entstehen für Tsunami-Opfer, ein Ausbildungskrankenhaus für Naturmedizin in Buttala und die Internationale Schule in Kalmunai. Auch an der Südküste treibt "Little Smile" den Wiederaufbau voran, ohne die ursprünglichen Einrichtungen im Bergland bei Koslanda wie das Kinderdorf Mahagedara, das Buben-Haus in Top Hill oder die Mutter-Kind-Häuser zu vernachlässigen. Die SZ-Spenden fließen vor allem in die Häuser bei Kalmunai und Gebäude in Galle an der Südküste. Die verbliebenen Gelder werden für den Bau der Internationalen Schule und das Ausbildungskrankenhaus genutzt. Kreitmeir: "Die Hilfe der Leserinnen und Leser der SZ war großartig - und nachhaltig."

Der wieder aufflammende Bürgerkrieg erschwert die Arbeit von "Little Smile". Zudem nimmt die Spendenbereitschaft nach zwei Jahren ab. Kreitmeir setzt auf eigene wirtschaftliche Erfolge, indem "Little Smile" mit selbst angebauten Gewürzen und Tee zu handeln beginnt. Es bleibt eine schwere Arbeit. Auch das Ende des Bürgerkrieges 2009 bringt nicht die erhoffte Wende. Im Gegenteil: Ausländische Helfer werden fortan verdächtigt, die Aufständischen unterstützt zu haben. "Auch Little Smile musste lernen, mit Anfeindungen, Neid und Verleumdungen zu leben." Diese "harte Zeit" habe das Team eng zusammengeschweißt, betont Kreitmeir, der in dieser Zeit viel riskiert, damit "Little Smile" nicht in die Hände raffgieriger Politiker fällt.

Aus Sicht des Deutschen hat Sri Lanka von der weltweiten Hilfe profitiert, stehe heute besser da als vor der Flutwelle. Jedoch seien durch zu viele Versprechungen unerfüllbare Erwartungen geweckt worden. Auch seien Teile der Spendengelder in dunkle Kanäle versickert, was das Vertrauen in ausländische Helfer nicht gefördert habe. Kreitmeir geht es heute darum, die Weichen für die Zukunft von "Little Smile" zu stellen. Er ist sich sicher, auch fortan Kindern in Not mit den Angeboten von "Little Smile" wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

littlesmile.de